Perfektionismus ist der Gegenspieler von Lebensfreude. Raus aus der Mama-Erschöpfungsfalle!

Von der Erschöpfung in die Lebensfreude!

Heute geht um ein Thema, was uns Mütter wohl irgendwann mal alle betrifft: Erschöpfung
Wir, meine Kollegin Meike Hübel und ich, Dagmar Gericke, erzählen dir, wie wir es in Phasen der Erschöpfung geschafft haben, wieder in die Lebensfreude zu kommen.

Du kannst dir das Gespräch auch anhören.

Dagmar Gericke:
Meike, magst du mal erzählen, wie du von der Erschöpfung in die Lebensfreude gekommen bist?
Meike Hübel:
Hm, also für mich ist das ein Thema, was mich immer wieder begleitet.
Das ist nicht etwas, wo ich sagen kann, irgendwann war ich total erschöpft und dann bin ich in irgendwann wieder in die Lebensfreude gekommen.
Sondern ich merke, dass das für mich etwas ist, wo ich immer wieder neu für mich sorgen muss, in unterschiedlichen Phasen meines Lebens auf unterschiedliche Weise.
Ich kann mich zum Beispiel gut daran erinnern, als meine Kinder ganz klein waren, Säuglinge noch, dass ich da meine Gewohnheiten wirklich komplett umgestellt habe. Also, ich war alleine mit den beiden Kindern und ich weiß noch, dass ich gemerkt habe, okay, ich fahr jetzt runter nur auf unsere Bedürfnisse, nur auf uns drei.
Und weiß noch, was mich damals am meisten selber an mir überrascht hat: Ich bin eigentlich eine Eule, also ich werde abends wach und gehe spät ins Bett und schlaf morgens dann lange, wenn das geht.
Damals habe ich meinen Rhythmus umgestellt. Ich bin einfach um neun mit den Kindern ins Bett gegangen. Das hat mir unwahrscheinlich gut getan .
Mit wie viel mehr Lebenskraft und Lebensfreude ich dann vor allem auch morgens aufgestanden bin, daran erinnere ich mich noch heute. Ich habe so richtig schöne Bilder, wenn ich daran denke.
Ja, und heute sind das ähnliche Sachen. Ich habe zum Beispiel ein Yoga-Programm, was ich regelmäßig Zuhause mache. Damals habe ich damit schon angefangen. Ich habe eine Yogalehrerin, die ich alle paar Wochen treffe und wir packen dann das an, was zu meinen jeweiligen Bedürfnissen gerade passt. Auch den Zeitrahmen des Programms.
Das ist etwas, woraus ich meine Kraft schöpfe. Vor allem, dass ich das wirklich jeden Tag mache.
Dagmar Gericke:
Das ist total wichtig. Ich glaube, ganz wichtig ist, gut für mich selber sorgen.
Und was für mich auch sehr wichtig ist, ist, den Perfektionismus über Bord zu werfen, in den wir als Mütter ja total schnell verfallen. Sei es, die perfekte arbeitende oder bedürfnisorientierte Mutter zu sein oder wie auch immer oder alles unter einen Hut zu kriegen oder die top Bastelmutter. Oder, was es da sonst noch gibt.
Wirklich zu sagen, hey, es geht um uns, es geht darum, dass es uns gut geht und es geht nicht darum, noch Muffins für den Kindergeburtstag zu backen. (lacht)
Meike Hübel: (lacht)
Dagmar Gericke:
Wenn ich dafür dann um ein Uhr nachts in der Küche stehen muss, dann können die auch mal gekauft sein. Also die können von mir aus auch immer gekauft sein, wenn ich dann gut gelaunt den Kindergeburtstag veranstalte. Oder gut gelaunt den Tag beende.
Denn darum geht es eigentlich. Und das wird heute immer wichtiger, weil wir von so vielen Bildern umgeben sind, die uns eine perfekte Mütter- und Familienwelt vorspielen. Die Schere zwischen dem, was uns vorgespielt wird, was wir sehen, bei Instagram, Pinterest oder sonst wo, und dem, was wir leben, nämlich den unperfekten Alltag, die wird immer größer.
Ich erinnere mich an eine Mutter die sagte mir mal, als sie gerade in einer Scheidung steckte: “Irgendwas ist immer.”
Ja, wenn wir dies annehmen, hecheln wir nicht mehr einem Ideal hinterher.
Es gibt einfach nicht den perfekten Alltag. Den haben wir oft als Illusion. Und wenn wir uns von dem verabschieden, von der Illusion des perfekten Alltags, dann ist der Alltag einfach auch wieder bunt und lebendig.
Dann können wir es zulassen, einfach zu sagen “Hey, jetzt hauen wir uns alle einfach mal hin. Und ich auch und schau mir einen schönen Film an mit den Kindern. Mampfen wir eine Tüte Chips.” (lacht)
Das kann auch einfach Lebensfreude sein. Kann auch sein, laut Musik anzumachen und alle zusammen zu tanzen. Auch, wenn die Küche unaufgeräumt ist.
Lebensfreude kann aber auch sein, mal das ganze Haus zu putzen, wenn mir danach ist.
Solange es eben nicht dem Perfektionismus dient. Denn Perfektionismus ist der Gegenspieler von Lebensfreude.
Meike Hübel:
Ja, absolut, das ist eine Form von Kontrolle und hat auch etwas mit Angst zu tun. Was mir dabei als Gedanke noch gekommen ist, ist, was ich getan habe, um mich eben vor dieser kompletten Erschöpfung zu schützen.
Ich habe mich dann gefragt, was ist gerade wirklich wichtig für mich. Wir leben ja in Berlin. Da bist du umgeben von unendlichen Möglichkeiten. Von tollen Sachen, die man machen kann und Veranstaltungen und tollen Menschen, die man kennenlernt und was weiß ich nicht alles. Und dann da wirklich auf dein Herz zu hören und zu sagen, was ist mir wichtig?
Das habe ich gerade vor ein paar Tagen gemacht, als eine Freundin mir gesagt hat: „Ich geh da immer tanzen auf eine spezielle Weise und das tut mir so gut. Willst du da nicht auch mitkommen?”.
Da habe ich erst gedacht, ich würde da unheimlich gerne auch mitgehen. Doch dann dachte ich “Ne, Moment mal. Ich habe so zwei, drei Sachen, die ich abends mache und mehr ist eigentlich gar nicht gut.”
Dann ist es nicht mehr entspannend für mich, sondern dann wird es eine Belastung. Weil ich mich darum kümmern muss, dass dann mein Kind nicht Zuhause alleine ist, oder weil dann andere Sachen liegen bleiben.
Das ist etwas, das ich lernen musste, als ich Kinder hatte.
Vorher kann man ja viel, viel mehr an seine Grenzen gehen ressourcenmäßig. Dann hat man halt mal drei Tage und schläft sich aus. Die Frage, was wirklich wichtig ist, ist ein zentraler Punkt bei mir.
Dagmar Gericke:
Sich zu zentrieren letztendlich auch.
Meike Hübel:
Ja, genau.
Dagmar Gericke:
Ich hatte mal eine Schlüsselsituation.
Es war an dem Tag, als meine Tochter konfirmiert worden ist. Ihr war zu dem Zeitpunkt Kirche sehr wichtig und sie hatte auch sehr, sehr viele Leute eingeladen. Sowohl den Verwandtenkreis als auch den Freundeskreis.
Ja, es stand eine große Feier bei uns an. Und ich weiß noch, wie ich mich an dem Tag völlig gehetzt fühlte. Weil ich dachte: „Oh, ich hab so viel zu tun und es ist noch so viel zu machen.“
Wir hatten auch jemanden, der kam, um uns zu unterstützen, aber ich war trotzdem am Rotieren. Ich rannte die Treppe in unserem Haus runter, weil noch so viel zu tun war und dann, ich weiß nicht mehr, warum, fiel mein Blick auf ein Bild.
Es war, wenn ich mich recht erinnere, ein Urlaubsbild.
Und in diesem Augenblick blieb ich stehen und dachte “Halt!”.
Ich hab wirklich gerade in dem Moment innerlich “Stopp!” gesagt.
“Stopp, es ist Meine Entscheidung gewesen: Für die Feier, für die Kinder und auch, dass wir es so machen. Es ist meine Entscheidung. Und ich entscheide mich jetzt, dass es ein schöner Tag wird. Und ich entscheide jetzt einfach, das, wenn was nicht läuft, wenn was nicht perfekt ist, wenn drei Salate nicht gemacht worden sind, dass es darum nicht geht. Sondern ich genieße den Tag.”
Und dann bin ich in einem ganz anderen Tempo die Treppe weiter runtergegangen. Und das war für mich ein Punkt, an den ich immer wieder zurückdenke.
Es ist so wichtig, dass ich Situationen neu bewerte. Und dann wirklich schaue „Hey, worum geht es heute eigentlich? Geht es darum, das perfekte Buffet abzuliefern und schick angezogen zu sein, was ich sowieso nie schaffe.“ (lacht)
Meike Hübel: (lacht)
Dagmar Gericke:
Sondern geht es viel eher darum, mit den Menschen eine schöne Zeit zu haben und in Verbindung zu gehen mit mir und den anderen. Und da kann auch alles unperfekt sein.
Und dann ging es mir wirklich gut. Und das versuche ich immer wieder, wenn ich in so eine Situation komme, dann zu sagen: “Schau, um was es wirklich geht.”
Wenn ich auch die äußeren Bedingungen gerade nicht ändern kann oder will. Aber meine Einstellung dazu ändert sich in dem Moment.
Meike Hübel:
Ich denke auch, die Haltung ist ein ganz wichtiger Punkt dabei. Also, sich selbst gegenüber liebevoll zu sein. Freundlich, also so freundlich, wie man ja auch bei Freunden wäre. Wenn ich zu Besuch zu einer Mutter komme, von der ich weiß, sie hat gerade ihr drittes Kind bekommen, und sie hat uns eingeladen, weil sie so gerne uns das Kind zeigen möchte. Und dann steht sie da, ist total aus dem Ei gepellt und hat den Kuchen selber gebacken. Dann mache ich mir viel eher Sorgen um diese Freundin…
Dagmar Gericke: (lacht) Ja, das stimmt.
Meike Hübel: (lacht) …als andersrum. Und wir selber sind mit uns ja oft so streng.
Dagmar Gericke:
Genau, denken, dann noch was abliefern zu müssen.
Da war ich sehr froh über meine Hebamme von meinem ersten Kind. Sie hatte mir gesagt: “Wenn ihr Besuch im Wochenbett bekommt, dann sagt dem Besuch, sie sollen eine Mahlzeit mitbringen und den Abwasch erledigen.”
Und das kann ich auch wirklich nur allen empfehlen. Das war außerdem total schön. Die Leute machen das so gerne. Sie machen es echt gerne.
Da geht es wieder um dieses Für-Sich-Sorgen. Wir wissen oft gar nicht, wie wir gut für uns sorgen können. Und da ist es notwendig, sich Stück für Stück Bausteine zu suchen, wie ich gut für mich sorge. Ja, Selbstfürsorge ist ein sehr,sehr langes Thema.
Meike Hübel:
Ja, kann man noch Stunden drüber reden (lacht)
Dagmar Gericke: (lacht)
Genau. Heute war das mal ein kurzer Einblick, wie es uns damit geht.
Wie sorgt ihr denn für euch? Wir freuen uns, wenn ihr es in die Kommentare schreibt.
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