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Die Glücksfamilie – Alleine sein tut nicht gut

Alleine sein tut nicht gut

Ich bin gerade im Kinderladen, um meine Tochter abzuholen und will sie anziehen. Marie, ein fünfjähriges Mädchen, steht neben mir und sagt: „Du hast da einen Strich.“ Sie zeigt auf meine Zähne . Ich denke, dass ein Rest vom Salat hängengeblieben ist, aber dann merke ich, dass sie meine Zahnlücke meint. „Das ist eine Zahnlücke“, erkläre ich. „ Weißt Du, in Frankreich sagt man, Zahnlücken bringen Glück. Früher, als Kind, fand ich meine Zahnlücke immer blöd, aber seitdem ich das gehört habe, freue ich mich über sie.“

„Ehecht?“ fragt sie. „ Ja, sie bringt Glück, das stimmt, denn ich habe total viel Glück im Leben“,  bestätige ich ihr. „ Ja, wirklich, ihr habt echt Glück, wir haben nicht soviel Glück,“ sagte sie. „Wieso habt ihr nicht soviel Glück?“ frage ich. „Ihr seid so viele, ich bin ganz allein, ihr seid eine Glücksfamilie“, meint Marie. „ Du hättest auch gerne Geschwister?“ frage ich. „ Ja, auf jeden Fall“, sagte sie bestimmt.

 Was ist Glück für Kinder?

Das bringt mich zu der Frage, was ist eigentlich Glück für Kinder? Für Marie scheint das ganz klar zu sein, nämlich mehr als nur mit Mama und Papa zu leben. Materiell fehlte es ihr an nicht, und doch trägt sie eine Sehnsucht im Herzen nach mehr. Kinder sind nicht gerne alleine, auch wenn sie mal für sich spielen. Ein Netz aus vertrauten Personen im Hintergrund schafft die Geborgenheit, aus der bei Kindern Glück entsteht. Glück und Geborgenheit sind bei Kindern eng miteinander verknüpft.So könne sie ihre Erfahrungskreise in die Welt hinaus Schritt für Schritt erweitern, in dem sicheren Wissen, dass ein weiches Netz sie auffängt, wenn sie fallen.

Ich will jetzt nicht dafür plädieren, nur noch Großfamilien zu gründen. Das will und kann nicht jeder. Eine große Familie verschafft ja auch nicht automatisch nur Glücksgefühle. Manche Familien sind so sehr damit beschäftigt, sich untereinander zu kritisieren, dass für Glücksgefühle nur wenig Raum bleibt. Das sind dann eher Unglücksfamilien.

Wichtig, um sich in einer Gruppe geborgen und wohl zu fühlen, ist ein möglichst großer Annahmebereich, eine Akzeptanz der Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedern einer Gruppe. Diese Gruppe muss nicht die Herkunftsfamilie sein, sondern kann auch eine Wahlfamilie sein, die Du Dir im Laufe deines Lebens zusammensuchst.

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Doch ob eigene oder Wahlfamilie, eine Gruppe aus jungen und älteren Menschen, die beständig im Leben der Kinder da sind, lässt für Kinder das Gefühl entstehen, Teil eines Ganzen zu sein, nicht alleine. Es bereichert das Leben von Kindern enorm, nicht nur mit Kindern im selben Alter zusammen zu sein. Die Kleinen lernen von den Älteren und die älteren Kinder übernehmen Verantwortung und fühlen sich groß. Oder auch mal wieder klein, wenn sie mit den Jüngsten toben.

Ich habe das Glück, dass nicht nur wir, sondern auch unsere Geschwister mehrere Kinder haben und wir uns regelmäßig sehen und auch gemeinsam verreisen. Unter den Kindern ist eine große Vertrautheit, sie kennen sich von Geburt an. Die Jüngeren wachsen allmählich in den Kreis der Cousins und Cousinen hinein und lernen sehr viel voneinander. Die Kinder freuen sich jedes Mal, sich zu sehen. Mittlerweile ist die Kindergruppe stundenlang mit ihren eigenen Sachen beschäftigt, während wir Erwachsenen uns unterhalten und das Essen vorbereiten. Gestern diskutierte ich mit meinen Brüdern über berufliche Projekte, direkt neben uns saßen die kleinen Cousins und spielten Karten.

Manchmal wird dann auch mal spontan entschieden, den Cousin mit an die Nordsee zu nehmen. Fünf Minuten später ist die Tasche gepackt und ein weiterer Mitreisender sitzt im Auto. Ganz unkompliziert.

Angenommen im Anderssein

Solche Entscheidungen können Kinder nur treffen, wenn sie nicht nur zu anderen Kindern, sondern auch zu anderen Erwachsenen stabile Bindungen aufgebaut haben. Das entlastet die Eltern sehr. In unserem Fall ist es jetzt unsere eigene Familie, die dies bietet, mit Onkels, Tanten, Cousins, Cousinen und den Omas. Dabei sind wir natürlich nicht in allem einer Meinung. Aber, und das ist wichtig, Meinungsverschiedenheiten führen bei uns nicht zum Beziehungsabbruch. Wir haben eine große Toleranz untereinander, weil wichtige Werte übereinstimmen. Mit den Unterschieden können wir leben. Wir sind nun mal alle sehr individuell und ohne eine Akzeptanz der Individualität würde das Netz schnell auseinanderreißen. Familie ist dann Glück und Geborgenheit, wenn ich mit meinem ganzen Sein, meinem Anderssein, angenommen werde.

So ist auch jedes unser Kinder im weiten Familienkreis völlig unterschiedlich und doch kommen sie alle miteinander klar. Die Kleinen spiegeln die Großen.

Such Dir deinen Clan!

Ein guter Freundeskreis kann Dir natürlich ähnliche Bedingungen schaffen wie eine Großfamilie. Ich kenne Familien, die fahren regelmäßig mit befreundeten Familien in den Urlaub und die Kinder haben untereinander verwandtschaftsähnliche Beziehungen. Oder Du wechselst Dich mit einer guten Freundin mal mit der Kinderbetreuung ab, um euch so mehr Freiraum zu schaffen. Die Kinder profitieren davon auch.

Es gibt die Rockzipfelinitiative-Seite bei bei Facebook, auf der sich Eltern mit anderen Eltern vernetzen können, um gemeinsam die Kinder zu betreuen, während in denselben Räumen gearbeitet wird. Eine andere Webseite bietet ein Forum, auf der sich Menschen, die einen Clan suchen, finden können.

Im Winter treffen sich auf einer Insel in Thailand   oft alternative Familien, um für eine Zeitlang Clanluft zu schnuppern. Auch Nooba bietet das an.

Ähnliche Treffen gibt es auch in anderen Ecken der Welt, aber auch in Deutschland.

Eine andere Freundin von mir hat sich zum Beispiel mit anderen Menschen zusammen ein großes Grundstück gepachtet und alle verbringen dort die Wochenenden. Andere ziehen gleich ganz zusammen, um ein gemeinsames Aufwachsen und eine geteilte Kinderbetreuung zu ermöglichen, in eine WG oder gar eine Lebensgemeinschaft. All das sind wunderbare Möglichkeiten, aus der Isolation der Kleinfamilie herauszukommen. Wie viel Gemeinsamkeit, wie viel Individualität für euer Glück nötig ist, entscheidet ihr selbst. Die eine Familie braucht mehr Gemeinschaft, die andere etwas weniger. Auf jeden Fall macht es das Leben mit Kindern ( nicht nur mit Kindern ) wesentlich leichter, wenn wir liebevolle Begleiter an unserer Seite haben.

Wie geht es Dir mit deiner Familie? Hast Du schon Wege gefunden, Deine Familie zu erweitern oder bist Du noch auf der Suche nach dem richtigem Weg? Hast Du Tipps für andere Eltern? Schreibe mir davon.

Zwei Webseiten für Menschen, die Familienwegbegleiter suchen:

Mütterimpulse

Glücklich und gelassen Mama sein

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Dagmar

Dagmar Gericke von der Feeling Family®: Ich bin Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 9 und 30 Jahren. Außerdem bin ich Kommunikationstrainerin, Theaterpädagogin und Elternbloggerin. Ich bin davon überzeugt, dass wir, indem wir uns selbst und unsere Familien heilen, auch unsere tief zerstrittene Welt heilen. Der Wandel beginnt immer bei uns selbst. Willst du mehr über mich wissen? Dann schaue hier: https://feelingfamily.com/about/
  • Hallo,
    Mein Mann und ich denken schon seit einer Weile darüber nach wie wir uns mit anderen Eltern mit Kindern zusammentun können um für uns und unsere Kinder weitere Lebensbegleiter zu gewinnen.
    Leider leben wir in einer Kleinstadt und wissen nicht wo wir da anfangen können.
    Wo findet man jemanden der für solche Alternativen Lebensentwürfe offen ist? Der richtige ‘Suchbegriff’ würde mir schon enorm weiter helfen.
    Danke und liebe Grüße