Mamawut ist immer noch ein Tabu
Mütter sind möglichst geduldig, aber können sich auch durchsetzen. Sie verlieren nicht die Nerven und schaffen es, kleine Trotzzwerge gelassen zu begleiten.
Und vor allem werden sie nicht unkontrolliert wütend. Solche Glaubenssätze stecken in den meisten von uns und machen uns das Mamaleben verdammt schwer. So wie bei Mia, Mutter zweier Kinder. Sie erzählt:
“Ich bin dann ganz schnell in die Küche gerannt und habe mir eine Tasse gegriffen, die dort stand. Mit voller Wucht habe ich sie auf dem Boden geschmissen und dabei geschrien.
Danach habe ich mich aber gar nicht erleichtert gefühlt.
Ich fühlte mich traurig und leer. Wenn meine Wut mich überrollt, kann ich sie einfach nicht kontrollieren. Mein Sohn hatte mir die Zunge ausgestreckt, als ich ihm sagte, er solle endlich mal seine Schuhe ins Regal räumen.”
Mia stockte, dachte nach.
“Das ist doch nicht normal, dass ich dann so ausflippe. Was ist nur mit mir los. Ich will nicht so wütend werden.”
Was ist Wut eigentlich?
Wut ist eine ganz ganz starke Energie.🔥
Unser ganzes System ist aktiviert und in Aufruhr, wenn wir wütend sind.
Diese Energie spürst du bei deinem Kind in einem Wutanfall.
Aber auch bei dir selbst, wenn du so wütend bist, dass du am liebsten was kaputtmachen würdest.
Denn diese Energie kann zerstörerisch sein oder sie kann in uns die Kraft zur Veränderung aktivieren.
Damit Wut nicht selbstzerstörerisch und sich auch nicht gegen andere Menschen richtet, ist es wichtig, dass wir uns erlauben sie zu spüren.
Wenn wir Wut unterdrücken, dann wird sie sich einen Weg suchen, um an die Oberfläche zu kommen.
Dann aber selten so, wie wir es möchten, sondern völlig unkontrolliert wie ein plötzlich ausbrechender Vulkan.😱
Oder die unterdrückte Wut richtet sich nach innen, äußert sich in selbstverletzenden Verhalten. Essanfällen, abwertende innere Dialoge, Niedergeschlagenheit.
Die meisten von uns haben als Kind die Erfahrung gemacht dass es gefährlich ist Wut zeigen. 😢
Vielleicht haben die eigenen Eltern darauf mit Hilflosigkeit, Ignoranz, Ablehnung oder oft selbst mit heftiger Wut reagiert.
Wut wurde so in unserer Erfahrung ein unerwünschtes Gefühl. 🫣
Wut nicht unterdrücken, sondern annehmen
Daher ist der erste Schritt, wenn du dich fragst, was du mit deiner Wut machst, die Wut anzunehmen.
Annehmen bedeutet nicht aus ihr heraus agieren.
Es bedeutet auch nicht aus der Wut heraus unkontrolliert zu handeln.
Annehmen bedeutet, die Wut zu spüren, das halten zu können und zu erleben dass sie wieder gehen kann.
Wenn wir starke Gefühle wie Wut nicht mehr unterdrücken, sondern uns erlauben sie zu spüren, können wir diese Energie dafür nutzen, dass in unser Leben zu bringen was wir uns wünschen.
Wut kann uns helfen
Wenn wir das tun, dann ist die Wut sogar ein willkommener Helfer in unserem Leben.
Denn sie ermöglicht uns, genau das zu verändern, was notwendig ist.
Sie bringt uns dazu, notwendige Grenzen zu setzen und uns zu schützen.
Wut hat also eine wichtige Botschaft an uns. Wenn du dich nicht für deine Wut verurteilst, dann kannst du die Botschaft deiner Wut besser erkennen.
Bewerte dich nicht für deine Wut, sondern setze die Energie der Wut um.
Es ist unglaublich, was wir aus dieser Energie heraus schaffen können.
Du kannst in dieser Energie Dinge in Angriff nehmen, die du vielleicht schon lange vor dir hergeschoben hast.
Dafür ist diese Energie da.
Vom Vulkan zur wertvollen Kraft – In 4 Schritten deine Mamawut annehmen, verstehen und lenken
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Schritt 1: Die Wut annehmen und fühlen (Statt unterdrücken)
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Wut darf da sein.
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Annehmen bedeutet nicht, sofort unkontrolliert loszuagieren, sondern das Gefühl im Körper als reine Energie kurz zu halten, ohne sich selbst zu verurteilen.
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So verhinderst du das Aufstauen des “Vulkans”.
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Schritt 2: Die Akut-Strategie einsetzen (Zerstörung verhindern)
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Bevor die Energie destruktiv wird (wie Mias Tasse oder unkontrolliertes Schreien), schalten wir ein sicheres Ventil dazwischen.
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Tiefes, hörbares Ausatmen durch den Mund, Muskeln für 5 Sekunden extrem anspannen oder kurz den Raum verlassen („Mama braucht kurz Pause“), um die Impulskette zu unterbrechen.
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Schritt 3: Die Botschaft der Wut erkennen (Hinter die Fassade blicken)
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Sobald der erste Sturm vorbei ist, folgt die Analyse.
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Was will die Wut sagen? Wo wurde eine Grenze überschritten? Wo fühlst du dich hilflos, überfordert oder nicht gesehen? Wut zeigt dir genau, wo Veränderung nötig ist.
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Schritt 4: Die Energie positiv umsetzen (In die Kraft gehen)
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Nutze die gewaltige Energie der Wut als Treibstoff.
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Verwandle sie in die Entschlossenheit, die du brauchst, um klare Grenzen zu setzen, für deine eigenen Bedürfnisse einzustehen oder lang aufgeschobene Dinge anzupacken.
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