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verzerrte Wahrnehmung im Konflikt

Verzerrte Wahrnehmung im Konflikt

Verzerrte Wahrnehmung im Konflikt

So, wie eine Kamera mein Kind verzerrt aufnimmt, wenn ich nicht genug Abstand habe, kann auch meine Wahrnehmung von einer Situation oder Person im Konflikt völlig verzerrt sein. Meine starken Gefühle hindern mich daran, die Situation neutral wahrzunehmen. Und mir hilft, was auch der Kamera hilft: Abstand! Das kann räumlicher Abstand sein, aber auch zeitlicher Abstand. Oder, wenn es geht, durch eine Mentaltechnik. Dadurch bekomme ich einen inneren Abstand zu meinem aufgewühlten Zustand und kann dann klarer sehen und die verzerrte Wahrnehmung auflösen.

Denn es reicht ja manchmal ein Satz, der in mir etwas auslöst. Eine Handlung oder auch eine unterlassene Handlung, die zu Gedanken führen. Die Gedanken verursachen meine Gefühle. ( lese auch: Die Macht unserer Gedanken auf unser Familienleben) Das, was wir denken, sehen, fühlen, ist nicht die Wirklichkeit. Es ist lediglich unsere Wirklichkeit. So oft habe ich schon in Gesprächen mit meinem Mann festgestellt, dass wir etwas völlig unterschiedliches unter demselben Wort oder Satz verstehen.

Wer hat dann Recht?

Keiner! Oder beide!

Auch wenn du etwas zu deinem Kind sagst, kommt es wohlmöglich ganz anders an als du beabsichtigt hast. So ist es wichtig, immer wieder unsere Sicht mit der der anderen Person abzugleichen. Nicht davon auszugehen, der andere weiß schon was ich meine.

Nein. Tun sie in der Regel nicht.

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Im Streit hat jede Person eine verzerrte Wahrnehmung

Und wenn dann jeder in einer unklaren Situation in seinem eigenen Gedanken- und Gefühlschaos steckt, braucht es Abstand, um wieder klarer zu sehen.

Durchatmen.

Wahrnehmen, was gerade abgeht in dir und dem Anderen.

Abstand schafft auch, dir selbst die Situation zu beschreiben, als wenn du davon berichtest.

So zum Beispiel:

„Da steht das Geschirr von den Kindern noch im Wohnzimmer. Da kam der Gedanke in mir, sie wollen es stehenlassen. Da kam der Gedanke, sie haben keine Lust zu helfen. Da entstand das Gefühl von Wut in mir und Hilflosigkeit.“

Du kannst auch all das aufschreiben. Das schafft zusätzlich Abstand. Gefühle kommen und gehen, auch die heftigen. Es ist gut, sie wahrzunehmen. Ihnen Zeit zu geben da zu sein. Alle Gefühle sind okay. Aber handle nicht aus ihnen heraus in einem Impuls.

Eine verzerrte Wahrnehmung zu verlassen braucht Übung, auch bei mir. Aber es lohnt sich, wenn ich dann den anderen Menschen sehen mit seinen Bedürfnissen und nicht als das, was ich mir denke, was er oder sie ist.

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  • Ums Aufräumen
  • Beim Essen
  • Zwischen den Geschwistern
  • Beim Losgehen
  • Im Auto
  • Um Hausaufgaben
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    Und dann passiert es, dass:
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Dagmar

Dagmar Gericke von der KINDHEIT IN BEWEGUNG: Ich bin Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 6 und 27 Jahren. Außerdem bin ich Kommunikationstrainerin, Theaterpädagogin und Elternbloggerin. Ich bin davon überzeugt, dass wir, indem wir uns selbst und unsere Familien heilen, auch unsere tief zerstrittene Welt heilen. Der Wandel beginnt immer bei uns selbst.

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