Mama ist krank – und was nun? So kommt eure Familie durch Krankheit, Klinik und längere Ausfälle
Du wachst morgens auf und noch bevor du die Augen richtig geöffnet hast, weißt du:
Oh nein.
Der Kopf dröhnt.
Die Nase läuft.
Der Hals tut weh.
Und das Fieberthermometer bestätigt das, was du eigentlich gar nicht wissen wolltest.
Du bist krank.
Und dein erster Gedanke ist möglicherweise nicht:
„Dann bleibe ich heute im Bett und kuriere mich aus.“
Sondern:
„Mist. Das passt mir heute überhaupt nicht.“
Die Kinder müssen in die Kita oder Schule.
Du solltest eigentlich arbeiten.
Nachmittags ist Musikschule.
Der Kühlschrank ist fast leer.
Die Wäsche liegt noch in der Maschine.
Und überhaupt hattest du doch gerade erst letzte Woche gefehlt, weil eines deiner Kinder krank war.
Dürfen Mütter eigentlich krank sein?
Manchmal könnte man meinen: eher nicht.
Denn Krankheit ist eines dieser ewigen Damoklesschwerter, die über dem Alltag vieler Familien schweben.
Du hast gerade alles irgendwie organisiert – Termine, Arbeit, Schule, Essen, Fahrdienste, Haushalt – und dann wacht morgens ein Kind mit 39,5 Grad Fieber auf.
Oder dein Partner liegt am Nachmittag völlig erledigt auf dem Sofa.
Oder du bist es selbst, die plötzlich ausfällt.
Und gerade dann zeigt sich oft ziemlich deutlich, wie die Aufgaben in einer Familie tatsächlich verteilt sind.
Wenn Papa krank ist – und wenn Mama krank ist
Natürlich ist jede Familie anders.
Und selbstverständlich gibt es Väter, die den Familienalltag genauso selbstverständlich tragen und Mütter, die sich hervorragend ins Bett legen und sagen:
„Macht mal.“
Trotzdem erlebe ich immer wieder ein anderes Muster.
Ist der Vater krank, übernimmt die Mutter.
Ist die Mutter krank …
… versucht die Mutter häufig trotzdem noch zu funktionieren.
Sie steht „nur kurz“ auf, um Frühstück zu machen.
Sie erinnert daran, dass die Sportsachen mitmüssen.
Sie beantwortet vom Bett aus fünf Fragen zum Tagesablauf.
Sie bestellt schnell noch etwas beim Supermarkt.
Und weil sie gerade schon einmal aufgestanden ist, hängt sie vielleicht auch noch die Wäsche auf.
Nein.
Genau das ist der Moment, in dem sich etwas ändern darf.
Denn wenn dein Körper dir signalisiert:
Ich brauche eine Pause,
dann hilft es ihm wenig, wenn du zwar offiziell krank bist, aber weiterhin die unsichtbare Familienleitstelle betreibst.

1. Regel Nummer eins: Alles streichen, was nicht unbedingt notwendig ist
Wenn du krank bist, gelten andere Regeln.
Jetzt geht es nicht darum, einen besonders schönen Familienalltag zu gestalten.
Jetzt geht es darum, diese Tage möglichst unkompliziert zu überstehen und dir die Chance zu geben, wieder gesund zu werden.
Die Wohnung sieht chaotisch aus?
Dann sieht sie chaotisch aus.
Die Wäsche bleibt liegen?
Sie wird nicht weglaufen.
Zumindest wäre mir kein Fall bekannt, in dem sich ein Wäscheberg selbstständig aus der Wohnung entfernt hätte.
Das Abendessen besteht aus Nudeln mit Butter?
Wunderbar. Alle sind satt.
Deine Kinder schauen heute deutlich länger Fernsehen als sonst?
Auch das ist in Ordnung.
Manchmal ist ein Film für die Kinder die vernünftigere Entscheidung als eine Mutter, die sich mit Fieber durch den Nachmittag quält, weil sie unbedingt ihren normalen Anspruch an Familienleben aufrechterhalten möchte.
Krankheit ist Ausnahmezustand.
Und im Ausnahmezustand darfst du deinen Anspruch an dich, den Haushalt und sogar an manche Familienregel vorübergehend deutlich herunterschrauben.
2. Überlege nicht: „Was müsste ich eigentlich alles tun?“
Stell dir lieber eine andere Frage:
Was muss heute wirklich passieren?
Meistens ist die Liste erstaunlich kurz.
Die Kinder brauchen etwas zu essen.
Kleinere Kinder brauchen Betreuung.
Vielleicht muss ein Kind abgeholt oder irgendwo hingebracht werden.
Medikamente müssen möglicherweise aus der Apotheke geholt werden.
Der Hund muss raus.
Viel mehr ist an einem echten Krankheitstag zunächst nicht zwingend erforderlich.
Fenster putzen gehört nicht dazu.
Wäsche sortieren auch nicht.
Die Küche gründlich aufräumen ebenso wenig.
Selbst die Hausaufgaben deines Kindes dürfen im Zweifel einmal Hausaufgaben bleiben.
3. Der andere Elternteil ist jetzt gefragt
Wenn ein Elternteil so krank ist, dass er die Kinder nicht versorgen kann, dann ist das ein Familienproblem – und nicht das Privatproblem der erkrankten Mutter.
Und dann muss gemeinsam geschaut werden:
Wie können wir den Alltag jetzt organisieren?
Kann dein Partner später zur Arbeit gehen?
Früher Schluss machen?
Homeoffice machen?
Urlaub oder Überstunden nehmen?
Mit seinem Arbeitgeber über eine kurzfristige Freistellung sprechen?
Gerade wenn kleine Kinder zu Hause sind und die Mutter wirklich nicht in der Lage ist, sie zu versorgen, finde ich es wichtig, diese Möglichkeiten überhaupt ernsthaft zu prüfen.
Dabei gibt es allerdings nicht für jede Erkrankung des Partners automatisch einen allgemeinen Anspruch auf bezahlte Freistellung. Deshalb sollte konkret mit dem Arbeitgeber geklärt werden, welche Möglichkeiten im jeweiligen Arbeitsverhältnis bestehen.
Aber das Entscheidende ist zunächst die Haltung:
Es kann nicht automatisch die Lösung sein, dass Mama irgendwie weitermacht.
4. Bau dir ein kleines Krankheitsnetzwerk auf
Viele Menschen sagen:
„Meld dich, wenn du etwas brauchst.“
Und wir antworten:
„Ja, mache ich.“
Und melden uns natürlich nicht.
Weil wir niemandem zur Last fallen wollen.
Weil wir denken, andere hätten selbst genug zu tun.
Oder weil wir glauben:
„Ach, irgendwie bekommen wir das schon hin.“
Deshalb lohnt es sich, bereits in gesunden Zeiten darüber nachzudenken:
Wer könnte im Notfall was übernehmen?
Vielleicht hast du eine Freundin, die dein Kind von der Schule mitnehmen könnte.
Einen Nachbarn, der sowieso zum Supermarkt fährt.
Großeltern, die ein Kind zum Sport bringen können.
Eine Freundin, die einen Topf Suppe vor die Tür stellen würde.
Eltern eines Schulfreundes, bei denen dein Kind einen Nachmittag verbringen könnte.
Gerade bei Infektionskrankheiten möchte man natürlich nicht unbedingt Oma für mehrere Stunden ins verseuchte Familienlager schicken.
Aber Unterstützung muss nicht bedeuten, dass jemand stundenlang in deiner Wohnung sitzt.
Man kann auch sagen:
„Kannst du mir bitte ein paar Lebensmittel vor die Tür stellen?“
Oder:
„Könntest du heute meine Tochter nach der Schule mit zu euch nehmen?“
Oder:
„Kannst du meinen Sohn zum Fußball fahren?“
Oder ganz pragmatisch:
„Wenn du kochst, könntest du für uns zwei Portionen mehr machen?“
Konkrete Bitten werden viel leichter erfüllt als ein allgemeines: „Wir brauchen Hilfe.“
5. Wenn die Kinder längst wieder fit sind – und du erst richtig krank wirst
Das ist ja auch ein Klassiker.
Montag: Kind eins krank.
Mittwoch: Kind zwei krank.
Freitag: Kind eins hüpft bereits wieder durchs Wohnzimmer.
Samstag: Kind zwei ebenfalls.
Sonntagmorgen:
Mama liegt flach.
Die Kinder haben ihre Energie zurück und du hast das Gefühl, jemand hätte nachts den Stecker bei dir gezogen.
Gerade diese Kombination ist anstrengend.
Denn ein krankes Kind kuschelt vielleicht noch einen Teil des Tages neben dir auf dem Sofa.
Ein wieder gesundes sechsjähriges Kind betrachtet dein Bett dagegen möglicherweise als hervorragenden Ausgangspunkt für einen Hindernisparcours.
Deshalb:
Organisiere Beschäftigung außer Haus, wenn es irgendwie möglich ist.
Frag ganz konkret:
„Könnte Lea heute drei Stunden zu euch kommen?“
„Könnte Oma mit den Kindern auf den Spielplatz gehen?“
„Kannst du die beiden nachmittags mit in den Park nehmen?“
Du brauchst in dieser Situation nicht unbedingt jemanden, der deinen kompletten Haushalt übernimmt.
Manchmal sind drei ruhige Stunden bereits Gold wert.
6. Leg dir ein paar Krankheitsessen zu
Es gibt Dinge, die braucht kein Mensch.
Und es gibt Dinge, von denen man erst merkt, wie wertvoll sie sind, wenn man mit 39 Grad Fieber vor dem Kühlschrank steht.
Essen, das praktisch von allein entsteht, gehört eindeutig dazu.
Es lohnt sich deshalb, immer ein paar schnelle Sachen im Haus zu haben.
Zum Beispiel:
- Nudeln und fertige Tomatensoße
- Tiefkühlgerichte
- Suppe im Glas oder Tiefkühler
- Brot oder Toast zum Einfrieren
- Müsli
- Tiefkühlgemüse
- Pizza
- Eier
- haltbare Milch oder Pflanzenmilch
- Bananen oder anderes unkompliziertes Obst
- ein paar Lieblingsgerichte der Kinder, die in fünf Minuten fertig sind
Nein, die Ernährung deiner Kinder wird nicht aufgrund von drei Tagen Tiefkühlpizza aus den Fugen geraten.
Wenn du nach einer Woche wieder gesund bist, kannst du wieder Gemüse schnippeln.
7. Auch Medien dürfen zum Notfallkoffer gehören
Ich weiß, dass gerade Eltern, die sehr bewusst und bindungsorientiert leben, schnell anfangen, mit sich selbst zu diskutieren.
„Eigentlich möchte ich nicht, dass sie so lange …“
Stopp.
Wenn du krank bist, darfst du unterscheiden zwischen euren normalen Familienregeln und einer Ausnahmesituation.
Wenn dein Kind an einem Nachmittag drei Filme schaut und du dadurch vier Stunden schlafen kannst, kann das genau die richtige Entscheidung sein.
Kinder können durchaus verstehen:
„Mama ist richtig krank. Deshalb machen wir es heute anders.“
Das ist etwas anderes, als grundsätzlich alle Regeln über Bord zu werfen.
8. Wenn aus ein paar Krankheitstagen Wochen oder Monate werden
Eine Erkältung ist irgendwann vorbei.
Eine Magen-Darm-Grippe meistens auch.
Aber manchmal verändert sich das Leben einer Familie sehr viel grundlegender.
Ein komplizierter Beinbruch.
Eine Operation.
Ein längerer Krankenhausaufenthalt.
Eine schwere psychische Erkrankung.
Eine chronische Erkrankung.
Oder eine Diagnose wie Krebs.
Dann funktioniert das Prinzip:
„Wir improvisieren ein paar Tage“
nicht mehr.
Denn niemand kann sechs Wochen von Tiefkühlpizza und Gefälligkeiten leben.
Und ein Partner kann in der Regel nicht monatelang gleichzeitig arbeiten, Kinder betreuen, den Haushalt führen, Arzttermine organisieren und den erkrankten Partner unterstützen.
Spätestens hier braucht eine Familie eine tragfähige Lösung.
Und genau an dieser Stelle wissen erstaunlich viele Eltern nicht, dass es Unterstützung über die Krankenkasse geben kann.
9.Haushaltshilfe bei Krankheit: Wann zahlt die Krankenkasse?
Wenn du gesetzlich krankenversichert bist und deinen Haushalt aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterführen kannst, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf eine Haushaltshilfe bestehen.
Besonders relevant ist das für Familien mit Kindern.
Nach § 38 SGB V kann ein Anspruch beispielsweise bestehen, wenn du wegen einer schweren Erkrankung, einer akuten Verschlimmerung einer Erkrankung, nach einer Operation oder einem Krankenhausaufenthalt deinen Haushalt vorübergehend nicht weiterführen kannst. Leben Kinder unter zwölf Jahren oder hilfsbedürftige Kinder mit Behinderung im Haushalt, kann die Unterstützung bei entsprechender Voraussetzung bis zu 26 Wochen gewährt werden.
Wichtige Voraussetzungen sind unter anderem:
- Du kannst deinen Haushalt aufgrund deiner gesundheitlichen Situation nicht selbst weiterführen.
- Es gibt keine andere im Haushalt lebende Person, die diese Aufgaben im notwendigen Umfang übernehmen kann.
- Die Notwendigkeit muss in der Regel ärztlich bestätigt werden.
- Umfang und Dauer werden von der Krankenkasse im Einzelfall geprüft und bewilligt.
Auch ohne Kind im Haushalt kann bei schwerer Erkrankung oder akuter Verschlimmerung einer Erkrankung für einen begrenzten Zeitraum ein Anspruch bestehen. Mit einem Kind unter zwölf Jahren beziehungsweise einem hilfsbedürftigen Kind mit Behinderung kann sich dieser Zeitraum deutlich verlängern. Einige Krankenkassen haben außerdem weitergehende Satzungsleistungen, beispielsweise auch bei älteren Kindern. Es lohnt sich deshalb immer, direkt bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.
Bei einer privaten Krankenversicherung hängt die Kostenübernahme dagegen vom vereinbarten Tarif ab. Deshalb solltest du hier direkt bei deiner Versicherung beziehungsweise – bei Beihilfeberechtigten – zusätzlich bei der zuständigen Beihilfestelle nachfragen. Die Leistungen privater Krankenversicherungen richten sich nach dem individuell vereinbarten Versicherungsumfang.
10. Was macht eine Haushaltshilfe oder Familienpflege eigentlich?
Und hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt.
Eine solche Hilfe bedeutet nicht nur:
„Jemand putzt meine Wohnung.“
Eine Familienpflege kann genau an den Stellen unterstützen, an denen der Familienalltag sonst zusammenbricht.
Je nach bewilligtem Umfang kann dazu zum Beispiel gehören:
Einkaufen.
Kochen.
Wäsche waschen.
Den alltäglichen Haushalt erledigen.
Kinder betreuen.
Kinder aus Kita oder Schule abholen.
Sie zu Terminen begleiten.
Botengänge erledigen.
Eine professionelle Haushaltshilfe kann also genau die vielen kleinen Aufgaben übernehmen, die in einer Familie jeden Tag erledigt werden müssen – egal, ob Mama gerade eine Chemotherapie bekommt, mit einem gebrochenen Bein auf dem Sofa liegt oder sich von einer Operation erholt.
11. Ich habe diese Hilfe selbst erlebt
Als ich während meiner ersten Krebserkrankung eine schwere Therapie durchlief, waren meine Kinder noch jünger.
Und ich hatte damals eine Familienpflege.
Ich kann rückblickend nur sagen:
Das war Gold wert.
Ich musste meine begrenzte Kraft nicht dafür verwenden, irgendwie noch den Familienalltag am Laufen zu halten.
Da war jemand, der einkaufen konnte.
Der gekocht hat.
Der auch einmal ein Kind abgeholt hat.
Der Dinge übernommen hat, die selbstverständlich weiter anfielen, obwohl mein eigenes Leben gerade alles andere als selbstverständlich war.
Und genau dadurch konnte ich etwas tun, was in solchen Situationen unglaublich wichtig ist:
Ich konnte mich auf meine Behandlung und meine Gesundung konzentrieren.
Natürlich nimmt eine Familienpflege einer Familie nicht die Angst vor einer schweren Erkrankung.
Sie nimmt auch nicht die Sorgen der Kinder weg.
Aber sie kann verhindern, dass zu der Krankheit noch permanentes Alltagschaos, Überforderung und Dauerstress hinzukommen.
Und gerade für Kinder macht es einen Unterschied, ob um sie herum trotz der Erkrankung noch eine gewisse Verlässlichkeit besteht.
Kommt jemand zum Kochen?
Werden sie abgeholt?
Ist jemand da?
Funktionieren die Dinge, die ihren Alltag normalerweise strukturieren?
Kinder brauchen in einer ohnehin unsicheren Situation möglichst viele Inseln von Normalität.

12. Familienhilfe: Unterstützung bei Antrag und Vermittlung
Wenn du noch Fragen zu Haushaltshilfen bei Krankheit hast, kannst du dich beispielsweise an Aufwärts Familienhilfe wenden.
Dort bekommst du nicht nur Unterstützung durch Haushaltshilfen und Familienpflege, sondern auch Beratung zur Beantragung bei der Krankenkasse.
Das finde ich besonders wichtig.
Denn Hand aufs Herz:
Wenn du gerade aus dem Krankenhaus kommst, eine Krebsbehandlung begonnen hast, kaum laufen kannst oder schlicht keine Kraft mehr hast, brauchst du nicht unbedingt als zusätzliche Freizeitbeschäftigung einen kleinen Intensivkurs in Krankenkassenbürokratie.
Aufwärts unterstützt Familien deshalb auch dabei, den Antrag vorzubereiten und zu klären, welche Unterlagen und ärztlichen Bescheinigungen benötigt werden.
Wichtig ist, möglichst früh Kontakt aufzunehmen und die Leistung bei der Krankenkasse zu beantragen. Eine rückwirkende Bewilligung ist grundsätzlich nicht der normale Weg, deshalb solltest du dich möglichst schnell informieren, sobald absehbar ist, dass du Unterstützung brauchst.
In der Podcast-Episode erfährst du, was eine Familienpflegerin alles macht und wie das eine Mutter erlebte: Frühe Hilfen
13. Warte nicht, bis gar nichts mehr geht
Gerade das würde ich dir wirklich ans Herz legen.
Viele von uns sind erstaunlich gut darin, noch ein bisschen weiterzumachen.
Und noch ein bisschen.
Und noch ein bisschen.
Wir denken:
„Vielleicht geht es nächste Woche schon besser.“
„Die paar Tage bekomme ich noch hin.“
„Mein Partner macht doch schon so viel.“
„Andere brauchen die Hilfe bestimmt dringender.“
Aber Unterstützung ist nicht erst dann sinnvoll, wenn eine Familie vollkommen zusammengebrochen ist.
Wenn dein Arzt absehen kann, dass du mehrere Wochen ausfallen wirst, frag früh nach.
Ruf bei deiner Krankenkasse an.
Frag ausdrücklich nach:
„Welche Möglichkeiten einer Haushaltshilfe nach § 38 SGB V gibt es in meiner Situation?“
Lass dir den Antrag schicken.
Bitte deinen Arzt um die erforderliche Bescheinigung.
Und nimm Kontakt mit einem Anbieter für Familienpflege oder Haushaltshilfe auf.
Je früher die Unterstützung organisiert ist, desto weniger musst du in einer ohnehin belastenden Situation zusätzlich improvisieren.
14. Und was ist mit den Kindern?
Wenn Mama oder Papa schwer erkrankt, betrifft das natürlich immer die ganze Familie.
Kinder spüren sehr schnell:
Hier stimmt etwas nicht.
Sie sehen die Müdigkeit.
Sie erleben Krankenhausbesuche.
Sie hören Gespräche.
Sie bemerken die Sorgen der Erwachsenen.
Und manchmal versuchen Eltern dann zusätzlich, möglichst alles genau wie vorher weiterlaufen zu lassen, damit die Kinder „nichts merken“.
Aber meistens merken Kinder sowieso etwas.
Viel hilfreicher ist es, ihnen ihrem Alter entsprechend zu erklären:
„Mama ist krank. Die Ärzte kümmern sich um mich. Deshalb kann ich im Moment nicht alles machen, was ich sonst mache.“
Und dann darf gleichzeitig vermittelt werden:
Du wirst trotzdem versorgt.
Papa ist da.
Oma holt dich mittwochs ab.
Unsere Familienpflegerin kommt morgens.
Dein Fußballtraining findet weiterhin statt.
Heute kocht jemand anderes.
Gerade bei längerer Krankheit können solche festen Strukturen enorm entlastend sein.
Und sie entlasten auch dich.
Denn es ist schwer genug, selbst krank zu sein.
Du musst nicht zusätzlich ständig mit dem Gefühl im Bett liegen:
„Was ist jetzt mit meinen Kindern?“
15. Mach dir einen Familien-Notfallplan – bevor du ihn brauchst
Vielleicht liest du diesen Artikel gerade, obwohl bei euch alle gesund sind.
Perfekt.
Dann ist genau jetzt ein guter Zeitpunkt, einmal zehn Minuten über euren persönlichen Krankheits-Notfallplan nachzudenken.
- Wer könnte eure Kinder abholen?
- Wer besitzt einen Schlüssel?
- Wen könntest du auch abends anrufen?
- Wer könnte den Hund nehmen?
- Welche Familie aus Schule oder Kita würde deine Kinder im Notfall mitnehmen?
- Welche fünf Mahlzeiten kannst du immer im Haus haben?
- Sind wichtige Telefonnummern auch deinem Partner bekannt – oder befinden sie sich ausschließlich in deinem Kopf?
- Weiß dein Partner, wann das Kind zum Sport muss?
- Wo liegen Krankenkassenkarten und wichtige Unterlagen?
- Und vielleicht die spannendste Frage von allen:
Was würde in eurer Familie passieren, wenn du ab morgen zwei Wochen komplett ausfallen würdest?
Wenn dir bei dieser Vorstellung spontan ein leichtes Schwindelgefühl kommt, dann hast du wahrscheinlich gerade ein paar ziemlich wichtige Punkte für euren Familien-Notfallplan entdeckt.
Mama darf krank sein
Wir können Krankheit nicht aus unserem Familienleben heraushalten.
Kinder werden krank.
Väter werden krank.
Mütter werden krank.
Manchmal für drei Tage.
Manchmal für drei Monate.
Und manchmal verändert eine Diagnose das Leben einer ganzen Familie von einem Moment auf den anderen.
Aber wir können aufhören, so zu tun, als müsste eine Familie auch dann einfach irgendwie weiterfunktionieren wie vorher.
Vielleicht lautet die wichtigste Frage deshalb nicht:
„Wie schaffe ich das jetzt auch noch?“
Sondern:
„Was können wir weglassen – und wer kann uns jetzt unterstützen?“
Manchmal ist die Antwort Tiefkühlpizza und ein langer Film.
Manchmal ist sie die Freundin, die zwei Kinder für einen Nachmittag mitnimmt.
Manchmal ist es der Partner, der auf der Arbeit sagt: „Zu Hause werde ich gebraucht.“
Und manchmal ist es professionelle Familienpflege, die für einige Wochen oder Monate dafür sorgt, dass gekocht wird, die Kinder abgeholt werden und der Alltag weiterlaufen kann, während du etwas sehr viel Wichtigeres tust:
gesund werden.
🔥 Grenzen setzen – klar und empathisch 🔥
Du sagst etwas – und nichts passiert?
Dann brauchst du keine leeren Drohungen, sondern einen klaren Weg, der wirklich hilft.
Im Online-Training „Grenzen setzen – klar und empathisch“ zeige ich dir,
wie du deinem Kind Grenzen so vermittelst, dass sie wirklich ankommen,
ohne Strafen, ohne Drohungen und ohne Machtkampf.
Du bekommst:
- ein praxisnahes Online-Training mit klarem Schritt-für-Schritt-Weg
- ein Workbook zur direkten Umsetzung im Familienalltag
- ein Bonus-Ebook mit hilfreichen Sätzen für schwierige Situationen
- ein Bonus-PDF mit 3 kleinen Dingen, die einen großen Unterschied machen
👉 Jetzt für nur 7 €
👉 Nur für kurze Zeit
Hier klicken und mehr erfahren