Der Tod meines Vater und die Reise ins Innerste meiner Kindheit

Blogparade: Als Familie durch eine Krise kommen

Es war ein herrlicher warmer Maientag. Ich verbrachte den Nachmittag mit meinen Kindern im Park und freute mich daran, dass die Sonne endlich den Regen vertrieb. Wir kamen gerade zu Hause an, als das Telefon klingelte. Meine Mutter.

„Papa ist gerade gestorben“, sagte sie leise.

„Ich bin gleich bei dir“, antwortete ich. Mein Mann blieb mit den Kindern zu Hause und ich fuhr zu meiner Mutter, die nur einen Kilometer von uns entfernt wohnte.

Quer durch das abendliche Kreuzberg, wo die Menschen in den Strassencafes saßen und plauderten.

Meine Mutter öffnete mir sofort. Ich umarmte sie und sie sagte: “Ich bin auch gerade erst nach Hause gekommen. Es war so ruhig hier. Ich ging zum Schlafzimmer und sah ihn dort ganz still liegen.”

Ich ging mit ihr zum Schlafzimmer. In einer Ecke des Zimmers stand eine Polizistin. Mein Vater lag in seinem Bett auf der rechten Seite, fast wie immer. Aber sein Mund war leicht geöffnet und die Augen blickten starr und stumm. Keine Wimper bewegte sich.
Ich setzte mich zu ihm, legte die Hand auf seinen Rücken und glaubte fast, ihn noch atmen zu spüren. Er war noch so warm. Doch wenn ich in sein Gesicht schaute, spürte ich: Er war tot.

Ich strich ihm die Haare aus der Stirn, während dieses Wissen gang langsam in mir ankam.

Tot.

Der Mann, vor dem ich den größten Teil meiner Kindheit Angst hatte und auf den ich in meinen erwachsenen Jahren durchgängig wütend war, lebte nicht mehr.

Die Polizistin hustete leise. Ich schaute zu ihr und sie erklärte: “Ich muss hier bleiben, bis ein Arzt da war und den Totenschein ausgestellt hat. Das ist so Vorschrift.”

Ich nickte und wandte mich wieder meinem Vater zu. Mein Hals wurde ganz eng und das Atmen fiel mir schwerer. Dieser Baum von einem Mann hatte keine Stimme mehr. Seine dröhnende Stimme war uns Kindern noch gut in Erinnerung.

Ich hörte die Türklingel und kurze Zeit später betrat mein Bruder Martin den Raum. Er umarmte mich lange und dabei begannen bei mir die Tränen zu fließen.

Mein Bruder setzte sich zu meinem Vater, während ich meinem anderen Bruder, meinem Mann und meinen Kindern die Tür öffnete. Sie alle verabschiedeten sich in den nächsten Stunden von meinem Vater.

Zwischendurch kam noch der Arzt und stellte den Totenschein aus. Nun durfte auch die Polizistin gehen.

Wir waren in den nächsten Stunden alleine mit unserem Vater. Einer von uns war immer bei meinem Vater, während wir anderen uns emotional auffingen. Denn bei uns allen löste der Tod starke Gefühle aus, die wir miteinander teilten.

In dieser Nacht begann für mich die Reise ins Innerste meiner Kindheit.

Mir tat jede Zelle meines Körpers weh. Die Tränen flossen aus meinen Augen ohne Unterlass. Gleichzeitig war ich erstaunt, dass mich der Tod meines Vaters so mitnahm. Ich glaubte, dass mich mein abweisendes Verhalten in den letzten Jahren vor Verletzungen geschützt hatte.

Doch ich hatte mich getäuscht. Der Tod meines Vaters riss die Mauer, die ich in meinem Inneren errichtet hatte ein, und zurück blieb das traurige kleine Mädchen, dass sich so sehnlichst einen Papa wünschte. Einen Papa, der sie auf den Schultern durchs Leben trug. Der stolz auf sein kleines Mädchen war und für den ich die Prinzessin war.

Und dann konnte ich nicht mehr aufhören zu weinen.

Ich weinte um den Vater, den ich nie hatte.

Mit seinem Tod starb die Hoffnung, dass durch irgendein Wunder er sich plötzlich in einen liebenden verständnisvollen Vater verwandeln würde.

Das würde ich nun nie in meinem Leben erleben können.

Nie, nie, nie. Das tat so weh.

Klar, die rational denkende Erwachsene in mir wusste, dass das sowieso nicht eingetreten wäre. Zu sehr war mein Vater Zeit seines Lebens mit sich selbst und seinen Dramen beschäftigt, als dass er sich den Bedürfnissen seiner Kinder mit offenen Herzen hätte zuwenden können.

Doch das Kind in mir weinte: “Mein Papa ist tot. Mein lieber kleiner Papa ist tot.”

Die ganze Sehnsucht nach Liebe des Kindes in mir brach durch seinen Tod heraus.

Die ersten Wochen verbrachte ich wie durch einen Tränenschleier. Mein Mann hatte mich in dieser Zeit sehr entlastet. Wenn mich meine Kinder weinen sahen, erklärte ich ihnen, so gut ich es konnte, was mich gerade bewegte. Und doch ich war selbst noch dabei, es herauszufinden.

Für mich gab es manches, was mir in dieser Zeit sehr geholfen hat. Zum einen war es der Kontakt mit meinen Geschwistern, mit meinen beiden Brüdern die ebenfalls in Berlin leben und mit meinen Schwestern. Wir haben sehr offen miteinander geredet und das war so wichtig. Dadurch habe ich mich, auch wenn es mir schlecht ging, nie alleine gefühlt.

Meine Geschwister gaben mir das Gefühl, es ist okay, so wie es gerade ist. Dafür bin ich ihnen dankbar.

Die Annäherung an mein inneres Kind, was gerade so eindringlich sich meldete, löste Stück für Stück meinen Schmerz.

Ebenso war es wichtig für mich, auch in meinem Vater das verletzte Kind zu sehen, das er war.

Der Tod meines Vaters löste starke Trauer aus, obwohl ich eine sehr schwierige Beziehung zu ihm hatte. Es war mein inneres Kind, was um den Vater trauerte, den es nie hatte - den liebevollen Vater. #Tod #Trauer #Krise #InneresKind

Indem ich mich mit seiner Geschichte beschäftigte, sah ich unsere persönliche Geschichte als Teil eines generationsübergreifenden Dramas von Schmerz, Lieblosigkeit und Gewalt.

Denn es ist nicht so einfach. Mein Vater war ein unglaublich widersprüchlicher Mensch.

Nicht einfach nur schlecht und zornig. Er war zerrissen. Auf der Suche nach Anerkennung und Liebe.

So oft wollte er das Gute tun, schaffte es im Außen und scheiterte in seiner Familie.

Mein Vater war viele Jahre älter als meine Mutter. Sie gehörten zwei verschiedenen Generationen an.

Er wurde wenige Jahre nach dem Ende des ersten Weltkriegs geboren, in einer sogenannten gutbürgerlichen Familie. Seine Mutter entstammte einer alten Adelslinie und studierte kurz nach dem ersten Weltkrieg ein Jahr Klavier am Konservatorium.

Doch dann brach sie ab, obwohl sie die Musik liebte. Wegen Heirat? Oder der Geburt meines Vaters? Oder war wegen der Inflation kein Geld mehr da?

Sein Vater war Lehrer und Pfarrer. Ich hab ihn nie kennengelernt, denn er starb vor meiner Geburt. Aber es hieß, er konnte so predigen, dass er die Gemeinde zum Weinen brachte.

Doch mein Großvater war sehr streng und autoritär. Wenn mein Vater nicht tat, was seine Eltern wollten, wurde er als Kleinkind in den dunklen Kohlenkeller gesperrt. Welche Ängste muss er da ausgehalten haben?

“Lehrers Sohn und Pfarrers Vieh, geraten selten oder nie!”

Solche Sprüche gab es damals und die zeigten, welch ein Druck auf den Kindern lastete. Sie sollten gelingen, das war oberstes Erziehungsziel. Prügel gehörte zum Kinderleben dazu und das war gesellschaftlich akzeptiert. Kinder, die sollte man sehen, aber nicht hören.

Mein Vater war ein hochintelligentes kreatives Kind mit einem ausgeprägten Willen. Je älter er wurde, desto mehr brach er aus seiner Familie aus, aus den engen Vorstellungen.

Dann jedoch begann der zweite Weltkrieg und er wurde nach seinem Abitur 1942 als junger Mann eingezogen.

Der Krieg hat tiefe Narben in seiner Seele hinterlassen.
Er erzählte, wie er einmal mit seinen Kameraden, 4 jungen Männern, im russischen Winter im Schnee mit einem Jeep stecken blieb.
Dann kam ein Rudel Wölfe. Die Wölfe sprangen heulend an den Scheiben des Jeeps hoch. Er hatte soviel Angst, sagte er, dass er sich in die Hose gemacht hatte.

Oder einmal, als er als Späher auf einen Hügel steigen sollte. Oben angekommen, schaute er ins Tal und sah dort nur Tote. Hunderte von Toten. Wie bedeutungslos musste er sich da fühlen?

Noch während des Krieges heiratete er das erste Mal und wurde kurz darauf Vater einer Tochter. Doch eine Familie konnten sie nie werden. Seine junge Frau starb in den letzten Kriegsmonaten an Cholera und das Baby, meine winzige Schwester, kam zu meinen Großeltern.

Diese Traumatisierungen, die er erlebte, hatte er nach dem Krieg nie aufgearbeitet. Weder er noch die gesamte Gesellschaft.

Stattdessen fand eine kollektive Verdrängung all des Leids statt.

Nach dem Krieg wollte mein Vater das Leben in vollen Zügen auskosten. Mit allem, was er konnte.

Probierte sich in verschiedenen Berufen aus, arbeitete als Zauberer, Seifenfabrikant und Verkäufer.

Und immer wieder richtete er in seinen Beziehungen Unheil an. Durch seine Wutausbrüche und durch seine Verantwortungslosigkeit, die er besonders als junger Mann lebte. Dass er bereits eine Tochter hatte, die ihn brauchte, verdrängte er.

Er heiratete erneut, bekam mit seiner Frau 2 Töchter, wanderte nach Frankreich aus, ließ sich scheiden. Eine Tochter blieb bei ihm, die andere bei der Mutter. Wieder verdrängte er erfolgreich, dass es da noch ein Kind gab, was ihn brauchte.

Andererseits vertrat er seine Überzeugungen kompromisslos.

So war er nach dem Krieg ein entschiedener Kriegsgegner. Als er Mitte der Fünfziger Jahre von der sich neu gründenden Bundeswehr angeschrieben wurde, er solle sein Wissen als ehemaliger Wehrmachtssoldat zur Verfügung stellen und  die jungen Bundeswehrsoldaten unterrichten, antwortete er: “Die einzige Uniform, die ich jemals in meinem Leben noch mal anziehen würde, ist die eines Feuerwehrmanns.”

Nach der Antwort traute er sich für 2 Jahre nicht mehr nach Deutschland. Er lebte zu dem Zeitpunkt bereits seit 6 Jahren in Frankreich.

Dort lernten sich meine Eltern auch kennen. Meine Mutter, die aus einem liebevollen Elternhaus kam, wollte raus aus dem stickigen Nachkriegsdeutschland, die große weite Welt kennenlernen. Sie ging als Au-Pair-Mädchen nach Frankreich. Mein Vater, der seit vielen Jahren wie eine Art Glücksritter durch Frankreich zog und seine Berufe fast so schnell wie seine Unterhemden wechselte , faszinierte sie. Er war so untypisch für die Zeit damals. Und er war äußerst amüsant.

Sie lebten in Frankreich, Belgien und Luxemburg für einige Jahre in der damals verpönten wilden Ehe, bis meine Mutter Sehnsucht nach Deutschland bekam. Sie zogen deswegen zurück in die Heimatstadt meines Vaters, nach Berlin.

Meine Mutter wünschte sich drei Kinder, zwei Jungs, ein Mädchen. Mein Vater sagte: “Kannst du haben.”

Innerhalb von nur 30 Monaten bekamen sie die drei gewünschte Kinder mit mir als Jüngste. Meine Mutter war gelernte Kindergärtnerin und hatte eine wunderbare wertschätzende liebevolle Art Kindern gegenüber.

Doch mein Vater war restlos überfordert. Drei Kinder – die sind laut, die streiten, die lassen ihre Sachen liegen und wollen vor allem viel zu oft mit der Mutter reden. Die Tatsache, dass Kinder Bedürfnisse haben und Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge brauchen, triggerte ihn total.
Eine Kleinigkeit konnte ihn zum Explodieren bringen. Geschirr, was noch am Essenstisch stand. Ein Streit zwischen uns Geschwistern. Ein paar Krümel auf dem Boden.

Wir Kinder tanzten am Rande des Vulkans, immer in Angst, einen falschen Schritt zu tun. Wenn er ausflippte, drohte er danach: “Heult euch jetzt nicht an der Schürze eurer Mutter aus.”

Natürlich suchten wir Trost bei unserer Mutter, die Liebe und Wärme bedeutete. Ich kuschelte mit ihr, soviel ich konnte. Ohne das hätte ich als Kind gar nicht gewußt, was ich tun sollte.

Wo war die Liebe meines Vaters zu uns? Gab es sie überhaupt?

In meiner Trauer und meinem Schmerz nach seinem Tod suchte ich die Liebe meines Vaters zu uns. Irgendwo mussten da doch etwas zu finden sein. Seine Unfähigkeit, die Liebe frei und bedingungslos strömen zu lassen, fand ein anderes Ventil.

Er setzte Himmel und Hölle in Bewegung, wenn er seine Schar von außen bedroht sah.

Als wir zur Schule kamen, mussten wir über eine stark befahrene Straße gehen. Es gab dort weder einen Zebrastreifen noch eine Ampel.

Mein Vater sorgte dafür, dass ohne komplizierte Anträge innerhalb kurzer Zeit eine Ampel installiert wurde. Er stellte sich den heranrauschenden LKWs in den Weg, so dass sie langsamer fuhren mussten. Dann sprang er aufs Trittbrett und zwang sie zum Halten. Wir überquerten die Strasse.

Das erregte so viel Aufsehen, dass eine Ampel kurze Zeit später dort installiert wurde.

Die Grundschule, auf die wir kamen, hieß die Tiergarten-Grundschule. Bis wir kamen.

Denn dann startete mein Vater eine Initiative, dass sie in Anne-Frank-Grundschule umbenannt werden solle. Er hatte Erfolg und das zu Zeiten, in denen Vergangenheitsbewältigung noch kein Thema war. Anschließend lud er Otto Frank ein und organisierte ein deutsch-türkisches Freundschaftsfest in der Schule. Seine persönliche Geschichte verdrängte er erfolgreich, doch an die Gräuel des Zweiten Weltkriegs traute er sich heran.

Als mein ältester Bruder auf die Oberschule kam, hatte er einen sadistischen Klassenlehrer. Mein Vater, der sich sofort zum Elternsprecher wählen ließ, schaffte es, dass der Lehrer die Klasse abgeben musste und sie einen anderen Lehrer bekamen.

In solchen Dingen war mein Vater stark. Viel Trara machen und auch tatsächlich was bewegen. Das war sein Kanal.

Aber als Vater war er nicht in der Lage, seine Kinder einfach nur zu lieben. Für das, was sie waren: wunderbare Menschen.

Er war abgeschnitten von den Wurzeln seinen Menschseins, von der Liebe. Die Traumata seiner Kindheit und der Kriegsjahre haben tiefe Spuren hinterlassen, die aufzuarbeiten er nie geschafft hatte.

Das ist ein Schicksal, das er mit vielen seiner Generation teilte. Und doch ist jede Geschichte wieder ein eigenes Leid.

Sein verdrängtes Leid brach in seinen unkontrollierten Ausbrüchen immer wieder heraus.


Als Kind war ich früh selbstständig, denn dadurch konnte ich schnell Distanz zwischen mir und meinen Vater legen, wenn es notwendig war, um mich zu schützen. Die Angst und später die Wut überdeckten immer mehr mein eigentliches Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung.

Aber durch den Tod meines Vaters brach mein ursprüngliches Bedürfnis nach Liebe wieder durch. Ich ging durch meine Verzweiflung, bevor ich mich an das Kind annäherte, was ich war und was immer noch in mir lebte. Wir begegneten uns und ich gab dem kleinen Mädchen Trost, denn die starke Trauer, die kam aus meiner Kindheit. Ich trauerte gemeinsam mit meinem inneren Kind und versprach, auf es aufzupassen.

Für mich war die Berührung mit meinem inneren Kind ein Weg aus der Trauer heraus zu neuer Lebensfreude.

Die Heilung ist ein allmählicher Prozess. auch noch während ich dies schreibe, spüre ich, wie sehr mich das alles noch bewegt.  Und das ist auch okay so, denn es ist meine Geschichte.

Aber es ist nicht nur meine Geschichte.

“In der deutschen Gesellschaft spiegeln sich das Trauma der deutschen Gesellschaft und das verdrängte oder verschwiegene Gefühl der Schuld oder des erfahrenes Leids, das auf der Generation der heutigen Großeltern lastet, in der Dynamik der familiären Verhältnisse.
Das wiederum hat einen starken Einfluss auf die Psyche der Nachkriegsgeneration und deren Kinder. Schuldgefühle und Verdrängung führen zu einer ständigen inneren Anspannung und Überaktivität im Alltag, und sie werden als Verhaltensmuster übertragen.”

(Michael Schulte-Markwort, Kinder- und Jugendpsychiater, in “Psychologie und Leben, Nr.1/2018)

All die jahrhundertelange Gewalt und die Wut, die im zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt fand, findet sich in uns wieder. In unserem inneren Kind, das darauf mit Schutzmechanismen reagiert hat.

Unsere Generation hat die grandiose Chance, sich von den lebensfeindlichen Verhaltensmustern der Vergangenheit zu lösen. Wir sind auf dem Weg, die Beziehung zueinander und zu unseren Kindern neu zu definieren.

Das bedeutet, den Schmerz erst einmal zuzulassen. Nicht mehr zu verdrängen. Und daraus kann etwas neues Lebensbejahendes entstehen.

Indem wir uns selbst heilen, kann auch die Welt heilen.

Der erste Schritt beginnt immer bei uns selbst. Ich empfinde darüber eine große Dankbarkeit und sehe es gleichzeitig als eine Aufgabe an. In einer echten lebendigen Beziehung mit anderen Menschen zu leben ist etwas Wunderbares.

Wir können diese Heilung entstehen lassen. Dafür empfinde ich eine große Dankbarkeit.

Mein Vater war in den letzten Jahren seines Lebens dement. Nicht immer erkannte er uns, verwechselte Zeiten, Namen und Orte. Sein Verdrängen war zur Krankheit geworden. Auch als Dementer blieb er ein schwieriger Mensch.

Wenige Wochen jedoch vor seinen Tod fragte ich ihn bei einem Besuch, wie es ihm geht.

Er antwortete: “Jetzt, wo du da bist, Dagmar, geht es mir schon viel besser.”

Wie ein Licht in der Dunkelheit erhellte dieser Satz den Raum. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte er gesagt, es bedeutet ihm etwas, dass ich da bin.

Diese Worte waren wichtig für mich. Sie bauten die Brücke, um nach seinem Tod in meinem Herzen seinem Kindsein zu begegnen und mit ihm eine Begegnung jenseits von Schuld und Wut zu finden.

 

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Der Tod meines Vater und die Reise ins Innerste meiner Kindheit

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade: „Als Familie durch eine Krise kommen.“

Keiner mag Krisen, doch im Laufe des Lebens begegnen sie uns unverweigerlich, ob wir nun Kinder haben oder nicht.
Weil der Umgang mit Krisen einer der größten Prüfsteine für Familien sind, fand eine Blogparade zu dem Thema „Als Familie durch eine Krise kommen“ statt.

Hier findest du einen Überblick über alle bisher erschienenen Artikel: Blogparade: Als Familie durch eine Krise kommen

Mehrere Autoren schreiben über ihren Weg aus der Krise, aber auch, auf welche Resourcen und Hilfen du in einer Krise zurückgreifen kannst.

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