5 starke Kinderbücher

Es waren sicher Tausende!

Seit dem Tag vor ungefähr 25 Jahren, als ich das erste Kinderbuch in die Hand nahm, um es meinem Babysohn vorzulesen, habe ich wohl tausende von Büchern vorgelesen.
Bei 4 Kindern und täglich mindestens mehreren Büchern kommt da einiges zusammen.

Ich lese meinen Kindern unglaublich gerne vor und habe inzwischen ein große Sammlung Kinderbücher.

Damit folge ich einer Familientradition.

Meine Mutter, die gelernte Kindergärtnerin ist, erzählte von einer Lehrerin von ihrer Ausbildung, die ihr folgenden Rat gab: „Auch wenn ihr später mal nicht mehr in eurem Beruf arbeiten solltet, verfolgt immer, welche Bücher für den Jugendbuchpreis nominiert werden und holt sie euch. Denn diese Bücher sind es wert, gelesen zu werden.“

Also bevölkerten die Jugendpreisbücher die Bücherregale meiner Kindheit und es waren viele Schätze dabei, die noch heute warme Erinnerungen in mir wecken.

Sicher hat dies auch zu meiner Leidenschaft für Bücher beigetragen. Ich liebe es, in Bibliotheken zu gehen und zu stöbern. Dabei kann ich die Zeit komplett vergessen.
Manchmal habe ich uns aus der Bücherei ein Buch geliehen, das so wunderbar war, dass ich es uns noch bestellt habe.

Meine Kinder haben besondere Vorlieben. So hassen sie es, in Büchern belehrt zu werden, so nach dem Motto „Warum man immer bitte und danke sagen soll.“
Und Brave-Kinder-Geschichten finden sie todlangweilig.

Kinderbücher bei uns sollen vor allem eins: eine Freude für die Fantasie der Kinder sein und ihre Seele füllen.
Gute Kinderbücher können das. Solche Bücher schauen sich meine Kinder immer wieder und wieder an.

Und sie sollen auch mir beim Vorlesen gefallen. Es gibt nämlich leider auch viele stinklangweilige Kinderbücher, die mir das Vorlesen verleiden.

Hier stelle ich euch fünf starke Kinderbücher vor, von denen jedes es wert ist, gelesen zu werden.


Der große Bär

von Nicholas Oldland.

Der große Bär liebt Alle und Jeden und er drückt seine Liebe mit Umarmungen aus. Am liebsten umarmt er Bäume, denn Bäume liebt er am Allermeisten.
Doch eines Tages kommt er in eine Situation, die ihn an seiner Liebe zu allem Lebendigen zweifeln lässt: Er begegnet einem Baumfäller.
Doch seine friedfertige Natur ist stärker als seine Wut. Wie er diese Situation schließlich löst, ist einfach genial und absolut logisch.

Der große Bär ist eine Geschichte über Liebe und Gewaltfreiheit, die mit so einfachen und doch poetischen Worten erzählt wird, dass uns jedes Mal bei der Geschichte das Herz aufgeht.

Der große Bär*
von Nicholas Oldland
Jacoby Stuart Verlag
Für Kinder ab 2 JahrenHier kannst du das Buch kaufen (*Affiliatelink):
*Die mit Sternchen gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links zu Amazon, durch den ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Das Buch ist unabhängig davon aber auch im Buchhandel oder anderen Shops erhältlich.

Prinzessin Isabella*
von Cornelia Funke und Kerstin Meyer

Prinzessin Isabella lebt mit ihren zwei Schwester auf einem Schloss und hat ein scheinbar herrliches Leben. Sie braucht sich um nichts zu kümmern, noch nicht mal ums Naseputzen. Die Diener und Hofdamen nehmen ihr und ihren Schwestern alles ab, ziehen sie an, frisieren sie, räumen hinter ihnen her und polieren ihre Kronen.
Alles, was sie dafür tun soll, ist, ein königliches Benehmen zu lernen.

Aber Prinzessin Isabella ist nicht glücklich.

Und so kommt der Tag, an dem sie die Schnauze voll hat vom Prinzessinnen-Sein.
„Ich – bin- es –leid – eine Prinzessin zu sein! Es ist langweilig, langweilig, langweilig!“ schreit sie. Sie wirft ihr goldenes Krönchen aus dem Fenster direkt in den Goldfischteich.

Ihre Eltern und Schwester reagieren mit Unverständnis.

Ihr Vater, der König, verlangt, dass sie die Krone sofort heraus holt. Doch Isabella weigert sich. Er bestraft sie, in dem er sie in die Küche zum Abwaschen und Zwiebel schälen schickt.

Doch Isabella hat dabei viel Freude. Endlich etwas „Richtiges“ machen. Dann schickt der Vater sie in den Schweinestall. Isabella krault den Schweinen die Borsten und findet, dass sie schrecklich klug sind. Sie will lieber bei den Schweinen im Stroh als im Himmelbett schlafen.
Dann, endlich, erkennt der Vater, dass seine Tochter glücklich ist, wenn sie tut, was ihr gefällt. Und weil er es erkennt, kommt sie mit ihm zurück ins Schloss – auch wenn sie danach noch oft im Stall schläft.
„Prinzessin Isabella“ ist eine urkomische Geschichte über Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit und Versöhnung. Außerdem bietet sie ein Rollenmodell, was sich von den üblichen Prinzessinnen-Geschichten wohltuend entscheidet –nämlich eine Prinzessin, die sich dreckig machen will und ihr Leben selbst in die Hand nimmt.

Prinzessin Isabella*
von Cornelia Funke und Kerstin Meyer.
Oettinger Verlag
Ab 4 Jahre

Hier kannst du das Buch kaufen (*Affiliatelink):Prinzessin Isabella*
*Die mit Sternchen gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links zu Amazon, durch den ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Das Buch ist unabhängig davon aber auch im Buchhandel oder anderen Shops erhältlich.

 

Ich habe ein kleines Problem, sagte der Bär*
von Heinz Janisch und Silke Löffler

Der Bär hat ein Problem und braucht Hilfe.

Er geht zum Erfinder und will ihn um Rat fragen. Doch bevor er sein Problem schildern kann, hat der Erfinder bereits eine Lösung für ihn. Er vermutet, der Bär würde sich zu schwer fühlen und er schnallt ihm Flügel um, damit der Bär sich leichter fühlt.

Der Bär trottet zum Schneider und will ihn um Rat fragen. Doch der Schneider wickelt ihm einem Schal um den Hals, der nach seiner Meinung dem Bären fehlt.
So geht es weiter. Alle Menschen, die der Bär um Rat fragen will, unterbrechen ihn, bevor sie sein Problem hören, weil sie meinen, es bereits zu kennen. Sofort präsentieren sie ihm ihre Lösung.
Doch der Bär hat zwar immer mehr Dinge, aber ist noch immer unglücklich. Keiner will ihm zuhören und so resigniert er. Er setzt sich auf eine Wiese und seufzt. Da fragt ihn eine kleine Fliege, was mit ihm los ist. Sie hört ihm endlich zu und so können sie eine Lösung für sein Problem finden.

Kinder teilen die Erfahrung mit dem Bären, dass große Menschen oft die Lösung für das Problem von Kindern zu wissen glauben, ohne wirklich zugehört zu haben. Sie können sich gut in den Bären hineinversetzen und verstehen seine Not. Das Buch ist ein guter Anlass, um mit Kindern über das Zuhören zu sprechen. Auch kann man es wegen den einfachen wiederkehrenden Dialogen wunderbar mit Kindern nachspielen.

Ich habe ein kleines Problem, sagte der Bär*
von Heinz Janisch und Silke Löffler
Annette Betz Verlag
Ab 4 Jahre
Hier kannst du das Buch kaufen (*Affiliatelink):Ich habe ein kleines Problem, sagte der Bär*
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Klara sagt nein
von Gunilla Hansson

Ein ganz normaler Tag im Leben von Klara, einem Mädchen mit einem eigenen Willen, den sie erprobt, viele Male.
Nein, sie will sich nicht waschen lassen, sich weder anziehen lassen noch nach draußen gehen.

Einmal draußen, will sie auch nicht wieder nach Hause, nein, sie will weiter draußen spielen. Sie will auch nicht die Treppe hochgehen.
Ihre Mutter begegnet allen Willensausdrücken mit stoischer Geduld, während sie sich auch noch um Klaras kleinen Babybruder kümmert. Bis zu dem Moment, als Klara beim Essen ihre Tasse über den Tisch fegt.

Da ruft Klaras Mutter: „Ich kann nicht mehr. Nein, Nein; Nein.“ Wie Klara dann reagiert, ist so herzerweichend, dass es mich selbst jedes Mal aufs Neue berührt.

Ich liebe dieses Buch, ebenso wie meine Kinder, als sie in Klaras Alter waren.
Gunilla Hansson belehrt nicht, sie schlägt keine Lösungen vor und sie bewertet nicht das Verhalten von der eigenwilligen Klara. Sie beschreibt liebevoll illustriert lediglich die Alltagstationen mit einer Zweijährigen mit schnörkellosen Worten. Und gerade das macht den Charme dieses kleinen Büchleins aus.

Sowohl kleine Kinder in ihrer Autonomieentwicklung als auch deren Mütter können mitempfinden. Dadurch hat das Buch etwas Tröstliches, besonders auch für Mütter, die nach einem langen Tag mit einem Kleinkind einfach Empathie brauchen. Und das genau gibt dieses kleine Büchlein.

Als Einzelbuch ist es nur noch antiquarisch zu kaufen, aber im Sammelband mit andern lesenswerten Klara-Geschichten könnt ihr es in jeder Buchhandlung bestellen.

Klara sagt nein
Gunilla Hansson
Ravensburger Verlag
Antiquarisch erhältlich

Oder in:
Töpfchen, Schnuller, Teddybär: Die schönsten Geschichten von Klara*
Gunilla Hansson
Ravensburger Verlag
Ab 2 Jahren
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Der kleine Fischer Tong*
von Cheng Jianghong

Manche Bücher sind so schön, da möchte ich weinen. Das Buch vom kleinen Fischer Tong gehört dazu. Kinderbuch ist fast zu lapidar für dieses Buch, was für mich die Entdeckung des vergangenen Jahres war.

Es ist ein Kinderbuch, dessen Geschichte wie ein alter Menschheitsmythos klingt.
Die Bilder sind gewaltig, aber nicht gewalttätig, und trotz des Themas sehr ästhetisch.
Meine Kinder wollten sich die Bilder immer wieder und wieder anschauen, so sehr waren sie von ihnen fasziniert.
Nie aber haben die Bilder ihnen Angst gemacht, denn die Geschichte hat etwas unglaublich Wärmendes. Es ist eine Geschichte über das Leben und die Liebe der Menschen zueinander.

Meine Kinder, die 5 und 7 waren, als ich ihnen das Buch zum ersten Mal vorlas, haben das verstanden. Und hatten viele Fragen, die zu wunderbaren Gesprächen führten.
Ganz sicher ist dies eins der Bücher, an die sich Kinder später einmal erinnern werden.

Das schreibe ich diesmal vorweg, damit euch die Beschreibung nicht erschreckt, die ja so gar nicht an ein Kinderbuch erinnert.

Die Geschichte:

Der kleine Fischer Tong lebt alleine in einer einfachen Hütte am Rande einer großen Stadt am Meer. Warum er als Kind alleine lebt und was mit seinen Eltern geschehen ist, bleibt ein Rätsel.
Trotz eines aufkommenden Unwetters beschließt Tong, mit seinem Boot hinauszufahren, um Fische zu fangen. Er fängt tatsächlich auch etwas ganz Großes, doch schafft es kaum, den Fang auf sein Schiff zu ziehen. Mit einer großen Welle schwappt sein Fang an Bord.
Es ist ein Skelett, was vor ihm steht.

Tong schreit und wirft das Skelett wieder ins Wasser. Er rudert so schnell er kann nach Hause. Am Strand merkt er, dass er vom Skelett verfolgt wurde. Das entsetzt ihn so sehr, dass er vor Schreck ohnmächtig wird und vor seiner Hütte zusammensinkt.

Das Skelett trägt Tong in dessen Hütte, legt ihn ins Bett und zündet eine Kerze an. Als das Skelett nun im Spiegel sein Gesicht erkennt, wird es so traurig, dass es kraftlos in einer Ecke der Hütte zusammensinkt.

Als mitten in der Nacht Tong erwacht, sieht er das zitternde Skelett. Er gibt dem Skelett seine Decke und macht ein Feuer, an dem sie sich wärmen können. Alles Essen, was er hat, gibt er dem hungrigen Skelett, selbst seine letzte Schale Suppe.

Nachdem das Skelett alles aufgegessen hat, geschieht eine Verwandlung. Das Skelett wird allmählich zu einem Mensch aus Fleisch und Blut. Auf einmal steht vor dem kleinen Tong ein Mann, der ihn anlächelt. Er nimmt Tong in seine Arme und erzählt ihm, dass er ein Fischer war. Bei einem Sturm wie dem gestern ist er mit seinem Schiff untergegangen.

Von nun an gingen die Beiden gemeinsam auf Fischfang und sie fingen soviel wie nie zuvor.
Die Einsamkeit der Beiden hat nun ein Ende

Der kleine Fischer Tong*
Cheng Jianghong
Moritz Verlag
Ab 6 Jahren
Hier kannst du das Buch kaufen (*Affiliatelink): Der kleine Fischer Tong*
*Die mit Sternchen gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links zu Amazon, durch den ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Das Buch ist unabhängig davon aber auch im Buchhandel oder anderen Shops erhältlich.

 

Was sind zur Zeit eure liebsten Kinderbücher und die eurer Kinder?
Schreibt es hier doch mal in den Kommentaren!

Ich stelle euch fünf außergewöhnliche Kinderbücher vor, die sicher bald zu den Lieblingsbüchern eurer Kinder gehören werden.

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