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Selbstregulation bei Kindern: Die Kunst, emotionales Gleichgewicht bei deinem Kind im Alltag zu fördern

Wieso uns das Wissen über Selbstregulation helfen kann!

 
Stell dir vor, dein Kind erlebt einen Gefühlsausbruch, der nicht nur es selbst, sondern auch dich an deine Grenzen bringt.
 
Du fragst dich vielleicht: “Wann lernt mein Kind endlich, sich selbst zu regulieren, und wie kann ich es dabei unterstützen?”
 
Genau so ging es Anna, der Mutter des dreijährigen Max.
 
Anna arbeitete Teilzeit, um genügend Zeit für Max zu haben.
 
Max war ein absolutes Wunschkind. Ihr erstes Kind außerdem.
 
Doch dann kam der Moment, in dem Anna dachte: “Am liebsten würde ich Max heute gar nicht abholen. Bitte heute nicht wieder so ein Wutanfall wie jeden Tag. Ich mag nicht mehr.”
 
Dabei liebte sie ihren dreijährigen Sohn Max über alles.
 
Doch jeden Tag, wenn Anna, ihn aus der Kita abholte, tickte er aus.
 
Manchmal schon in der Kita.
 
Meist auf dem Nachhauseweg.
 
Der Anlass konnte winzig sein.
 
Der Eisladen, der geschlossen war.
 
Das vergessene Spielzeug.
 
Die blöde Mama.
 
Wie auch immer, es endete damit, dass Max keinen Schritt weiter ging und brüllte.
 
Anna war das soo peinlich.
 
Sie redete ihm gut zu.
 
Drohte.
 
Verzweifelte.
 
Und wurde irgendwann selbst völlig wütend und schrie ihn dann auch manchmal an.
 
An diesem Tag, an dem sie Max am liebsten gar nicht erst abgeholt hätte, erschrak sie über sich selbst.
 
Sie gestand sich ein, dass sie ebenso überfordert war wie es bei Max schien.
 
Und das genau das die Situation immer schlimmer gemacht hatte.
 
An dem Tag nahm sie sich vor, das zu ändern.
 
Sie holte sich Unterstützung und begann sich mit dem Thema Selbstregulation und Coregulation auseinanderzusetzen.
 
Denn genau das war es, was bei ihnen nicht klappte.
 
Nachdem sie sich jedoch mit Selbstregulation auseinandergesetzt hatte, begann sie, Max in diesen Momenten ruhig und empathisch zu begegnen.
 
Was Anna tat:
 
  • Sie erkannte die Auslöser für Max’ Wutausbrüche (Müdigkeit, Überforderung).
  • Während eines Ausbruchs blieb sie ruhig und gab Max Raum, seine Gefühle auszudrücken.
  • Sie wurde klar und verständlich in ihrer Sprache und Haltung und gab ihm dadurch einen sicheren Rahmen.
 
Mit der Zeit lernte Max, seine Frustration besser zu kommunizieren, bevor sie sich in Wut verwandelte. Anna fühlte sich durch ihre neue Herangehensweise weniger gestresst und befähigt.
 
 
 
 
In diesem Artikel erfährst du die Antwort auf folgende Fragen
  • Was ist Selbstregulation bei Kindern?
  • Wofür Coregulation bei Kindern wichtig ist?
  • Wie lernt ein Kind Selbstregulation?
  • Wann können Kinder sich selbst regulieren?
  • Wie kann man Selbstregulation fördern?
  • Und welche Selbstregulationsstrategien gibt es?
Mit diesem Artikel erhältst du nicht nur das notwendige Wissen zu dem Thema Selbstregulation bei Kindern, sondern du bekommst auch praktische Beispiele und hilfreiche Strategien.
 

 

Die Grundlagen der Selbstregulation bei Kindern

Selbstregulation ist die Fähigkeit, eigene Emotionen und Verhaltensweisen zu steuern und zu kontrollieren. Bei Babys und Kleinkindern ist diese Fähigkeit noch nicht vollständig entwickelt. Ihr präfrontaler Cortex, der für Impulskontrolle zuständig ist, befindet sich noch in Entwicklung. Daher sind Erwachsene entscheidend, um Kindern in dieser Phase beizustehen.
 

Warum Selbstregulation so wichtig ist

Die Bedeutung der Selbstregulation für Kinder kann nicht genug betont werden. Sie ermöglicht es Kindern, mit Stress umzugehen, Emotionen zu verarbeiten und letztlich zu gesunden, emotional ausgeglichenen Erwachsenen heranzuwachsen.
 
Forschungen zeigen, dass Kinder mit gut entwickelten Selbstregulationsfähigkeiten besser in der Schule abschneiden und im späteren Leben weniger anfällig für psychische Probleme sind (Shonkoff & Phillips, 2000).
 

Lisas Geschichte: Lisas Angst vor der Schule

Lisa, ein 7-jähriges Mädchen, erlebte Angstzustände beim Gedanken an die Schule. Ihre Eltern, Julia und Tom, bemerkten, dass sie morgens oft Bauchschmerzen hatte und weinte. Anfangs versuchten sie, sie mit Überredung oder Ablenkung zur Schule zu bringen, was jedoch ihre Angst nur verstärkte.
 
Was Julia und Tom taten:
  • Sie sprachen mit Lisa über ihre Ängste und versuchten, die genauen Ursachen zu verstehen.
  • Sie etablierten eine morgendliche Routine, die Lisa half, sich auf den Tag vorzubereiten und ihre Angst zu reduzieren.
  • Sie arbeiteten mit Lisas Lehrer zusammen, um sicherzustellen, dass sie in der Schule Unterstützung erhielt.
Ergebnis:
 
Lisa fühlte sich verstanden und unterstützt. Mit der Zeit gewann sie mehr Vertrauen und ihre Angst vor der Schule nahm ab.
 
 
Selbstregulation durch Coregulation

 

Der erste Schritt zur kindlichen Selbstregulation: Elterliche Selbstwahrnehmung

Der Schlüssel zur Unterstützung deines Kindes bei der Entwicklung der Selbstregulation ist deine eigene emotionale Bewusstheit. Wenn du dich selbst gut regulieren kannst, bist du ein starkes Vorbild für dein Kind.
 
Da ein kleines Kind noch über keine oder wenig Fähigkeiten zur Selbstregulation verfügt, braucht es die Coregulation durch die Eltern oder einen anderen sicheren Bindungspartner.
 
Dies spiegelt sich in der Theorie des Sozialen Lernens wider, die besagt, dass Kinder durch Nachahmung lernen (Bandura, 1977).
 
Elenas Geschichte: Ständiger Streit mit ihrem Sohn David
 
Elena, eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, hatte selbst Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu regulieren. Dies wurde besonders deutlich, als ihr älterer Sohn, David, in die Pubertät kam und häufiger Konflikte auftraten.
 
Was Elena tat:
  • Sie suchte Unterstützung bei einer Elternberatung, um ihre eigenen Emotionsregulationsfähigkeiten zu verbessern.
  • Sie lernte Techniken wie tiefe Atmung und Achtsamkeit, um in Stresssituationen ruhig zu bleiben.
  • Sie kommunizierte offen mit David über ihre eigenen Herausforderungen und wie sie daran arbeitete, was ihre Beziehung stärkte.
Ergebnis:
 
Durch Elenas Arbeit an sich selbst verbesserte sich die familiäre Dynamik. David fühlte sich weniger unter Druck gesetzt und begann, Elenas Bemühungen zu respektieren, was zu einer ruhigeren und verständnisvolleren Kommunikation führte.
 

Was ist Co-Regulation bei Kindern?

Co-Regulation bezieht sich auf den Prozess, bei dem eine Person – in der Regel ein Erwachsener oder ein Elternteil – einem Kind hilft, seine Emotionen und Verhaltensweisen zu verstehen, zu verarbeiten und zu regulieren.
 
Es ist ein interaktiver und dynamischer Prozess, bei dem das Kind lernt, wie es seine Gefühle und Reaktionen steuern kann, meist durch das Modellieren und die Anleitung der Erwachsenen.
 
 

 

Warum besonders kleine Kinder Co-Regulation brauchen

Kleine Kinder befinden sich noch in den Anfangsphasen der Entwicklung ihres Gehirns und ihrer emotionalen Fähigkeiten. Forschungen, wie die von Shonkoff und Phillips (2000), zeigen, dass der präfrontale Cortex, der für Impulskontrolle und Emotionsregulation verantwortlich ist, erst im jungen Erwachsenenalter vollständig ausgereift ist.
 
In den frühen Lebensjahren sind Kinder deshalb auf die Unterstützung Erwachsener angewiesen, um ihre Emotionen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.
 
Co-Regulation bietet Kindern nicht nur sofortige Unterstützung, sondern dient auch als Lehrmechanismus.
 
Durch die Interaktion mit Erwachsenen lernen sie, wie man Emotionen reguliert und adäquate Verhaltensweisen in verschiedenen Situationen anwendet. Dieser Lernprozess ist entscheidend für die Entwicklung von Selbstregulationsfähigkeiten.
 
Emilia Geschichte: Emilias Kampf mit Enttäuschungen 
 
Emilia, ein fünfjähriges Mädchen, hatte große Schwierigkeiten, mit Enttäuschungen umzugehen. Wenn etwas nicht nach ihrem Wunsch verlief, brach sie in Tränen aus und war kaum zu beruhigen. Ihre Eltern, Sarah und Michael, waren oft ratlos, wie sie reagieren sollten.
 
Was Sarah und Michael taten:
  • Sie erkannten, dass Emilia Hilfe brauchte, um Frustrationen zu bewältigen.
  • Statt sofort zu versuchen, die Situation zu “lösen”, ließen sie Emilia ihre Gefühle ausdrücken.
  • Sie sprachen mit Emilia über ihre Gefühle, nachdem sie sich beruhigt hatte, und ermutigten sie, Wörter zu finden, um ihre Enttäuschung zu beschreiben.
Ergebnis:
 
Mit der Zeit lernte Emilia, ihre Enttäuschung in Worte zu fassen, anstatt in Tränen auszubrechen. Dies half ihr, ihre Gefühle besser zu verstehen und zu regulieren.
 

Co-Regulation in verschiedenen Lebensphasen

Obwohl Co-Regulation besonders bei kleinen Kindern wichtig ist, gibt es in allen Lebensphasen Situationen, in denen Menschen die Unterstützung anderer zur Emotionsregulation benötigen. Dies ist sowohl in der Kindheit als auch im Erwachsenenalter der Fall.
 
  1. Kindheit und Jugend: Kinder und Jugendliche stehen oft vor Herausforderungen, die ihre Fähigkeit zur Selbstregulation übersteigen, wie z.B. schulischer Stress, soziale Konflikte oder familiäre Probleme. In diesen Zeiten können Eltern, Lehrer oder Betreuer als Co-Regulatoren fungieren, um ihnen zu helfen, mit diesen Herausforderungen umzugehen.
  2. Erwachsenenalter: Auch Erwachsene erleben Momente, in denen ihre Selbstregulationsfähigkeiten auf die Probe gestellt werden. Stressige Arbeitsbedingungen, Beziehungskonflikte oder traumatische Ereignisse können Situationen sein, in denen sie Unterstützung benötigen. Studien wie die von Gross, Richards, und John (2006) zeigen, dass emotionale Unterstützung von Partnern, Freunden oder Therapeuten in solchen Zeiten entscheidend sein kann.
  3. Alter und spezielle Umstände: Im Alter oder unter speziellen Umständen, wie bei Krankheit oder Behinderung, kann die Fähigkeit zur Selbstregulation abnehmen. In diesen Fällen wird Co-Regulation notwendig, um emotionale Stabilität und Wohlbefinden zu gewährleisten.
Jonas Geschichte: Jonas und die Schulschwierigkeiten
 
Jonas, ein achtjähriger Junge, hatte Probleme in der Schule, die ihn oft wütend und frustriert machten. Seine Mutter, Laura, bemerkte, dass er nach der Schule oft gereizt war und seine Wut an Geschwistern oder Spielzeugen ausließ.
 
Was Laura tat:
 
  • Sie schuf eine ruhige “Abkühlungszone” zu Hause, wo Jonas sich nach der Schule entspannen konnte.
  • Sie sprach regelmäßig mit Jonas über seine Schultage und hörte aktiv zu, um die Ursachen seiner Frustration zu verstehen.
  • Laura arbeitete mit Jonas daran, Strategien zu entwickeln, wie er seine Gefühle in der Schule ausdrücken konnte, ohne in Wut auszubrechen.
Ergebnis:
 
Jonas fühlte sich verstanden und weniger überwältigt. Er begann, konstruktivere Wege zu finden, seine Frustrationen auszudrücken, und seine Beziehung zu seinen Geschwistern verbesserte sich.
 

Wir brauchen lebenslang auch Coregulation

Die Forschung unterstreicht, dass Co-Regulation ein lebenslanger Prozess ist, der in verschiedenen Phasen und unter verschiedenen Umständen eine wichtige Rolle spielt.
 
Sie ist ein fundamentaler Bestandteil der menschlichen Interaktion und notwendig für emotionales Wachstum und Wohlbefinden.
Co-Regulation ist nicht nur ein Mittel zur unmittelbaren Emotionsregulation, sondern auch ein wichtiger Lehr- und Lernprozess, der zur Entwicklung von Selbstregulationsfähigkeiten und emotionaler Intelligenz beiträgt.
 
Wir Menschen als soziale Wesen brauchen einander. denn auch uns Erwachsenen tut es gut, wenn wir zum Beispiel nach einem Streit mit unserem Partner, der uns sehr aufgewühlt hat, mit einer lieben Freundin sprechen.
 
Nach dem Gespräch fühlen wir uns fast immer besser. Das ist aktive Coregulation bei Erwachsenen.
 
Denn auch wenn Erwachsene in vielen Situationen sich gut regulieren können, gibt es auch für sie emotional überwältigende Situationen, in denen Coregulation die Hilfe ist, die uns wieder in unsere Mitte kommen lässt.
 
 

 

Warum es für Eltern herausfordernd sein kann, ihrem Kind bei der Gefühlsregulation zu unterstützen

Die Unterstützung von Kindern bei der Entwicklung von Selbstregulationsfähigkeiten kann für Eltern aus verschiedenen Gründen herausfordernd sein:
  1. Eigene Emotionen: Eltern, die in ihrer Kindheit nicht gelernt haben, ihre Emotionen zu regulieren, können Schwierigkeiten haben, ihren Kindern diese Fähigkeiten beizubringen.
  2. Stress und Erschöpfung: Der Alltag mit Beruf, Haushalt und Kindererziehung kann stressig und erschöpfend sein, was die Fähigkeit zur Geduld und Empathie beeinträchtigen kann.
  3. Unrealistische Erwartungen: Manchmal setzen Eltern unrealistische Erwartungen an ihre Kinder und sich selbst, was zu Frustration und Konflikten führen
  4. Individuelle Unterschiede zwischen Kindern: Jedes Kind ist einzigartig und reagiert anders auf Stress und Herausforderungen. Was bei einem Kind funktioniert, kann bei einem anderen unwirksam sein, was Eltern vor die Herausforderung stellt, individuell angepasste Strategien zu entwickeln.
  5. Eigene emotionale Reaktionen: Eltern sind auch Menschen mit eigenen Emotionen und Reaktionen. In stressigen Situationen, besonders wenn sie von den Emotionen ihres Kindes ausgelöst werden, kann es schwierig sein, ruhig und besonnen zu bleiben.
  6. Zeit- und Energiemangel: In einem hektischen Alltag mit vielen Verantwortlichkeiten kann es für Eltern schwer sein, die Zeit und Energie zu finden, um sich adäquat und konstruktiv mit den emotionalen Bedürfnissen ihrer Kinder auseinanderzusetzen.
 
Lena und Sophies Geschichte:Die Herausforderung von Eltern mit hohen Erwartungen
 
Mia und Thomas, die Eltern der sechsjährigen Zwillinge Lena und Sophie, hatten hohe Erwartungen an ihre Kinder, insbesondere in Bezug auf schulische Leistungen und Benehmen. Als die Zwillinge begannen, Druck und Stress zu zeigen, waren Mia und Thomas zunächst verwirrt.
 
Was Mia und Thomas taten:
  • Sie reflektierten ihre Erziehungsmethoden und erkannten, dass ihre hohen Erwartungen Druck auf die Zwillinge ausübten.
  • Sie begannen, mehr Wert auf das emotionale Wohlbefinden ihrer Töchter zu legen, anstatt nur auf Leistung.
  • Mia und Thomas lernten, ihre Erwartungen anzupassen und feierten die individuellen Stärken und Erfolge jeder Tochter.
Ergebnis:
 
Die Zwillinge fühlten sich weniger gestresst und mehr unterstützt. Dies führte zu einer verbesserten familiären Dynamik und glücklicheren Kindern.
 

 

Praktische Schritte zur Unterstützung deines Kindes bei der Selbstregulation

1. Erkenne die Signale

Das Erkennen der Anzeichen von Selbstregulationsschwierigkeiten bei Kindern erfordert Aufmerksamkeit und Verständnis.
 
Achte auf Verhaltensänderungen wie erhöhte Reizbarkeit, Frustration bei kleinen Problemen, Schwierigkeiten, sich zu beruhigen, oder extreme Reaktionen auf Veränderungen.
 
Diese Anzeichen können darauf hindeuten, dass dein Kind Schwierigkeiten hat, seine Emotionen zu verarbeiten und zu regulieren. Es ist wichtig, diese Signale frühzeitig zu erkennen, um deinem Kind angemessen helfen zu können.
 

2. Bereitstellung eines sicheren Raums

Ein sicherer Raum ist nicht nur physisch, sondern auch emotional wichtig. Ein solcher Raum ermöglicht es deinem Kind, Gefühle ohne Angst vor Urteilen oder Strafe auszudrücken.
 
Dies kann ein ruhiger, gemütlicher Ort im Haus sein, wo es sich zurückziehen kann, oder ein vertraulicher Rahmen, in dem es über seine Gefühle und Gedanken sprechen kann.
 
In diesem sicheren Raum solltest du deinem Kind zeigen, dass es in Ordnung ist, Gefühle zu zeigen, und dass du da bist, um zuzuhören und Unterstützung zu bieten.
 

3. Empathie zeigen

Empathie ist der Schlüssel zur emotionalen Verbindung mit deinem Kind. Zeige Verständnis für seine Gefühle und versuche, die Welt aus seiner Perspektive zu sehen.
 
Dies bedeutet, aktiv zuzuhören, wenn es über seine Gefühle spricht, und zu versuchen, diese Gefühle ohne Urteil oder Kritik anzuerkennen.
 
Empathie zu zeigen bedeutet auch, die Emotionen deines Kindes zu validieren und ihm zu helfen, sie in Worte zu fassen.
 

4. Grenzen setzen mit Liebe

Kinder brauchen Eltern, die ihre Grenzen klar kommunizieren, um sich sicher und geschützt zu fühlen. Diese Grenzen sollten liebevoll und mit Verständnis für ihre emotionalen Bedürfnisse gesetzt werden.
 
Wenn ein Kind zum Beispiel wütend wird und schreit, wenn du ihm eine Grenze setzt, ist es wichtig, ihm zu zeigen, dass Wut in Ordnung ist. Begrenze das Verhalten, nicht die Emotion.
 
5. Wie kann man Selbstregulation fördern: Vorbild sein
 
Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung. Wenn du als Elternteil deine eigenen Emotionen effektiv regulierst, gibst du deinem Kind ein starkes Vorbild.
 
Zeige, wie du mit Stress, Wut oder Enttäuschung umgehst. Verwende Techniken wie tiefe Atmung, positive Selbstgespräche oder Pausen, um deine eigenen Emotionen zu regulieren, und erkläre deinem Kind, warum und wie diese Techniken funktionieren.
 
 
 

Langfristige Strategien für mehr Selbstregulation in der Familie

Selbstfürsorge

Die eigene geistige Gesundheit zu pflegen ist entscheidend, um ein effektives Vorbild für emotionale Regulation zu sein. Dies bedeutet, Zeit für sich selbst zu nehmen, gesunde Grenzen zu setzen und bei Bedarf Unterstützung zu suchen.
 
Eine ausgeglichene Elternfigur vermittelt Stabilität und Sicherheit, was wesentlich für die emotionale Entwicklung des Kindes ist.
 
 

 

Konsistente Routinen

Regelmäßige Routinen vermitteln Kindern ein Gefühl von Struktur und Sicherheit. Etabliere tägliche Routinen wie feste Schlafenszeiten, gemeinsame Mahlzeiten oder regelmäßige Familienaktivitäten.
 
Diese Strukturen helfen Kindern, sich orientiert und geborgen zu fühlen, was die Selbstregulation fördert.
 

Gemeinsame Aktivitäten

Verbringe qualitativ hochwertige Zeit mit deinem Kind, um eine starke emotionale Bindung aufzubauen. Gemeinsame Aktivitäten können von Spielen über Spaziergänge in der Natur bis hin zu kreativen Projekten reichen.
 
Diese gemeinsamen Erlebnisse bieten Gelegenheiten, Selbstregulation in einer positiven, unterstützenden Umgebung zu üben und gleichzeitig die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken.
 
Diese erweiterten Schritte und Strategien bieten einen ganzheitlichen Ansatz zur Unterstützung deines Kindes bei der Entwicklung effektiver Selbstregulationsfähigkeiten.
 
Sie betonen die Bedeutung von Aufmerksamkeit, Empathie, klaren Grenzen und einer starken Eltern-Kind-Bindung als Grundlage für emotionales Wachstum und Wohlbefinden.
 

Für Neugierige:

Überblick über die wichtigsten Forschungen zur Selbstregulation bei Kindern

Die Forschung zur Selbstregulation bei Kindern hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Diese Erkenntnisse haben die Sicht auf die kindliche Entwicklung und die Rolle der Eltern dabei grundlegend beeinflusst.
 
  1. Frühe Entwicklung der Selbstregulation (Shonkoff & Phillips, 2000):
    • Diese Forschung hebt hervor, dass die Entwicklung der Selbstregulation bereits im frühen Kindesalter beginnt.
    • Die Studie betont die Bedeutung einer unterstützenden und coregulierenden Beziehung zwischen Eltern und Kindern für die Entwicklung der Selbstregulation.
    • Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass Eltern und Pädagogen verstärkt auf die emotionalen Bedürfnisse von Kindern achten.
  2. Die Rolle des präfrontalen Cortex (Casey, Tottenham, Liston & Durston, 2005):
    • Diese Studien haben gezeigt, dass der präfrontale Cortex, ein Bereich des Gehirns, der für Selbstregulation wichtig ist, sich bis ins junge Erwachsenenalter entwickelt.
    • Diese Erkenntnis hilft Eltern zu verstehen, warum Kinder und Jugendliche manchmal Schwierigkeiten haben, ihre Impulse zu kontrollieren und Emotionen zu regulieren.
  3. Soziales Lernen und Modellierung (Bandura, 1977):
    • Albert Banduras Theorie des sozialen Lernens erklärt, wie Kinder durch Beobachtung und Nachahmung lernen.
    • Diese Forschung unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Eltern effektive Selbstregulationsfähigkeiten modellieren, da Kinder ihr Verhalten nachahmen.
  4. Langzeitwirkungen der Selbstregulation (Moffitt et al., 2011):
    • Eine Langzeitstudie hat gezeigt, dass Kinder, die in jungen Jahren bessere Selbstregulationsfähigkeiten zeigen, im Erwachsenenalter sowohl körperlich als auch seelisch gesünder sind.
    • Dies verstärkt die Notwendigkeit für Eltern und Erzieher, die Entwicklung dieser Fähigkeiten in der Kindheit zu unterstützen.
  5. Einfluss von Stress und Umgebung (Evans & Kim, 2013):
    • Studien haben gezeigt, dass chronischer Stress und eine belastende Umgebung die Fähigkeit zur Selbstregulation beeinträchtigen können.
    • Diese Forschungsergebnisse haben die Bedeutung eines stabilen, unterstützenden Umfelds für die kindliche Entwicklung unterstrichen.

 

 

Bedeutung der Forschungen über Gefühlsregulation für Eltern 

Diese Forschungsergebnisse haben die Perspektiven und Erziehungsmethoden vieler Eltern verändert:
  • Eltern erkennen nun, dass Selbstregulation eine Fähigkeit ist, die über Jahre hinweg entwickelt wird und dass Geduld und Verständnis erforderlich sind.
  • Die Bedeutung des Vorbildseins und der emotionalen Verfügbarkeit wird stärker betont.
  • Es gibt ein wachsendes Bewusstsein darüber, wie wichtig es ist, Kinder in stressigen oder überfordernden Situationen zu unterstützen und ihnen zu helfen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Einfluss auf die kindliche Entwicklung

  • Die Erkenntnisse aus der Forschung betonen die Notwendigkeit, Kindern in allen Entwicklungsbereichen – emotional, kognitiv und sozial – zu helfen.
  • Sie unterstreichen, dass die emotionale und soziale Entwicklung genauso wichtig ist wie die kognitive Entwicklung.
  • Dies hat zu einem Paradigmenwechsel in der Elternschaft geführt, bei dem der Fokus stärker auf der ganzheitlichen Entwicklung des Kindes liegt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Forschung zur Selbstregulation bei Kindern ein tiefgreifendes Verständnis für die Komplexität der kindlichen Entwicklung geschaffen hat und die Rolle der Eltern bei der Unterstützung dieser Entwicklung neu definiert hat.
 
Deine eigenen Fähigkeiten zur Selbstregulation sind entscheidend für die Entwicklung der Fähigkleiten zur Selbstregulation bei deinem Kind.
 
wenn du merkst, dass es für dich schwierig ist, dich in emotional herausfordernden Situationen mit deinem Kind ruhig zu bleiben, dann scheue nicht, dir Unterstützung zu suchen.
 
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Denn auch, wenn du selber als Kind diese notwendige Begleitung nicht erfahren hast, dann kannst du auch heute als Erwachsene dies noch lernen und damit auch deinem Kind helfen.
 
Ich wünsche dir alles Gute bei eurem Weg in eine starke Selbstregulation und unterstützende Coregulation.
 
Wenn du noch Fragen hast, stelle sie hier als Kommentar. Ich beantworte sie gerne.

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Dagmar

Dagmar Gericke von der Feeling Family®: Ich bin Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 9 und 30 Jahren. Außerdem bin ich Kommunikationstrainerin, Theaterpädagogin und Elternbloggerin. Ich bin davon überzeugt, dass wir, indem wir uns selbst und unsere Familien heilen, auch unsere tief zerstrittene Welt heilen. Der Wandel beginnt immer bei uns selbst. Willst du mehr über mich wissen? Dann schaue hier: https://feelingfamily.com/about/