In den Gesprächen mit Schwerstkriminellen gab es ein wiederkehrendes Phänomen:
Je mehr eine Person unter Druck gesetzt wurde, desto mehr machte sie zu.
Je intensiver nach den Informationen gefragt wurde, desto weniger wurde etwas mitgeteilt.
Ließen die Polizisten der Person eine Wahl, was und wann sie etwas sagte, gab man ihr die Autonomie darüber zurück und baute eine Beziehung auf, dann begannen die Kriminellen zu kooperieren.
Emily und Laurence Alison, ein Psychologenpaar, helfen seit vielen Jahren Polizisten dabei, wie sie von Schwerkriminellen die Informationen erhalten, die sie brauchen.
Informationen, die oft lebenswichtig sind, weil das Leben von anderen Menschen davon abhängt.
Und das ist das, was Emily und Laurence Alison den Polizisten beibringen: Sie lernen, auf Druck und Zwang zu verzichten, sich nicht von ihrem Ego steuern zulassen und stattdessen zu verstehen und sich zu verbinden.
Nur dann, so war ihre Erkenntnis aus vielen Jahrzehnten, ist es möglich, dass ein anderer Mensch etwas preisgibt.
Viele Menschenleben konnten durch ihr Wissen gerettet werden.
Ein Polizist bedankte sich nach der Schulung bei ihnen dafür, nicht nur ein besserer Interviewer, sondern auch ein besserer Mensch, ein besserer Vater und ein besserer Partner geworden zu sein.
Und auch die Psychologen bestätigten, wie sehr ihre Arbeit ihnen geholfen hat, respektvoll mit ihrem Kind zu leben.
Gleichzeitig ist das wirklich nicht leicht umzusetzen, weil eben unser Ego und unsere Glaubenssätze dazwischenpfuschen.
Doch: Verstehen heißt nicht einverstanden zu sein.
Es heißt, dass ich bereit bin, mich auf die Welt eines anderen Menschen einzulassen. Zum Beispiel auf die Welt deines Kindes.
Die 4 Schritte, die Emily und Laurence Alison vorschlagen sind:
- Ehrlichkeit – sage immer die Wahrheit, offenbare deine Absicht.
- Empathie – versuche dich in die Situation deines Kindes hineinzuversetzen und zu verstehen.
- Autonomie – respektiere immer das Recht deines Gegenübers auf seine eigene Position in einer Angelegenheit.
- Reflexion – gebe ein Feedback von dem, was du gehört hast.
Diese Schritte spiegeln auch meine Grundhaltung im Zusammensein mit Kindern wieder.
Denn das, was sie beschreiben, kann ich so gut bestätigen. Kinder kooperieren gerne, wenn sie es freiwillig tun können.
Der Weg dahin ist für uns Eltern einer mit viel Selbsterkenntnis.
Ich unterstütze dich gerne auf diesem Weg.
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